Theatertreffen 2024: Berlins Festival feiert epische Mammutinszenierungen wie Wallenstein
Hans-Gerd JunkTheatertreffen 2024: Berlins Festival feiert epische Mammutinszenierungen wie Wallenstein
Theatertreffen: Berlins führendes Theaterfestival setzt wieder auf Mammutinszenierungen
Das Theatertreffen, Deutschlands bedeutendstes Theaterfestival, hat Berlin einmal mehr mit marathontauglichen Aufführungen begeistert. Die diesjährige Ausgabe, die vom 1. bis 17. Mai stattfand, präsentierte einige der längsten Produktionen der letzten Jahre. Die Zuschauer füllten die Spielstätten, um sich in opulente Epen zu vertiefen – Karten für Stücke wie Wallenstein waren innerhalb kürzester Zeit ausverkauft.
Dass deutschsprachige Bühnen eine Vorliebe für ausufernde Inszenierungen haben, ist kein neues Phänomen. Bereits 1999 dauerte Luk Percevals Schlachten beim Salzburger Festspiele zwölf Stunden. Erst 2023 brachte das Schauspielhaus BochumDie Brüder Karamasow in einer siebenstündigen Fassung auf die Bühne. In diesem Jahr zeigte das Münchner Kammerspiele mit Wallenstein: Ein Festmahl des Krieges in sieben Gängen – ebenfalls sieben Stunden lang – eine weitere monumentale Produktion beim Berliner Theatertreffen.
Der Trend zu extrem langen Aufführungen hatte während und kurz nach der Pandemie vorübergehend an Fahrt verloren. Damals setzten viele Theater auf kürzere, durchgehende Stücke ohne Pause. Doch nun kehrt die Lust am epischen Erzählen zurück: Die Volksbühne Berlin bereitet sogar eine Neuinszenierung von Peer Gynt vor, dessen erster Teil einst allein acht Stunden dauerte.
Jährlich lädt das Theatertreffen zehn herausragende Produktionen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz ein. Zwar erfasst der Deutsche Bühnenverein offiziell keine Spieldauern, doch das diesjährige Programm bestätigt: Das Marathon-Theater bleibt ein Markenzeichen des Festivals.
Die Karten für die diesjährige Ausgabe – darunter auch für Wallenstein – waren rasant vergriffen. Die große Nachfrage zeigt, dass das Publikum langatmige Inszenierungen nach wie vor schätzt. Und da die Volksbühne bereits die nächste Großproduktion plant, deutet alles darauf hin, dass die Ära der Theater-Marathons noch lange nicht vorbei ist.






