01 February 2026, 12:46

Thyssenkrupp zwischen Börsenerfolg und Stahlkrise: Dividende sorgt für Streit

Ein offenes Buch mit dem Titel "Die gegenwärtige Industrielle Situation" auf schwarzem Hintergrund.

Thyssenkrupp zwischen Börsenerfolg und Stahlkrise: Dividende sorgt für Streit

Thyssenkrupp blickt auf ein gemischtes Jahr mit Fortschritten und Herausforderungen zurück. Während die Marinesparte ein erfolgreiches Börsendebüt feierte, kämpft die Stahlsparte weiterhin mit Schwierigkeiten. Zwar haben die Aktionäre kürzlich eine Dividende gebilligt, doch die Gewerkschaften kritisierten diesen Schritt als finanziell riskant.

Ende 2025 ging Thyssenkrupp Marine Systems (TKMS) mit einem erfolgreichen Börsengang an die Börse. Bis Dezember wurden die Aktien in den MDAX aufgenommen und notierten fast 20 Prozent über dem Ausgabepreis. Die Sparte verzeichnet nun einen Rekordauftragsbestand von 18,2 Milliarden Euro, was den Börsenwert auf über 4 Milliarden Euro steigen ließ. Analysten, darunter die Deutsche Bank, stuften die Aktie von "Underperform" auf "Kaufen" hoch – begründet mit soliden Fundamentaldaten trotz allgemeiner Marktvolatilität.

Unterdessen bleibt die Stahlsparte unter Druck. Thyssenkrupp plant, die Produktionskapazität auf 8,7 bis 9 Millionen Tonnen ausgelieferten Stahls zu reduzieren. Die Umstrukturierungskosten werden die Finanzen stark belasten; für das Geschäftsjahr 2025/2026 erwartet der Konzern einen Nettoverlust von 400 bis 800 Millionen Euro. Die Gespräche mit Jindal Steel International über einen möglichen Verkauf von Thyssenkrupp Steel Europe laufen noch.

Auf der Hauptversammlung billigten die Aktionäre eine Dividende von 0,15 Euro pro Aktie, was insgesamt rund 93 Millionen Euro entspricht. Hunderte Mitarbeiter protestierten jedoch gegen die Ausschüttung – unterstützt von der IG Metall, die argumentiert, sie schwäche das Kerngeschäft. Thyssenkrupp bestätigte zudem seinen Umstrukturierungsplan "ACES 2030". Die Aktie des Konzerns blieb stabil und schloss am Freitag bei 11,29 Euro, was einem Plus von 21,74 Prozent im Vergleich zum Vormonat entspricht. Der nächste Finanzbericht, der Quartalsbericht für das erste Quartal, wird am 12. Februar 2026 erwartet.

Die starke Marktperformance von TKMS steht im Kontrast zu den anhaltenden Problemen der Stahlsparte. Die Dividendenfreigabe hat für Kontroversen gesorgt, während die Umstrukturierungsbemühungen weitergehen. Der nächste Finanzbericht wird weitere Klarheit über die zukünftige Ausrichtung des Unternehmens bringen.