UN-Klimachef fordert raschen Ausstieg aus fossilen Brennstoffen bei Bonn-Verhandlungen
Egbert PeukertUN-Klimachef fordert raschen Ausstieg aus fossilen Brennstoffen bei Bonn-Verhandlungen
Der höchste Klimabeauftragte der Vereinten Nationen hat die Regierungen aufgefordert, den Ausstieg aus fossilen Brennstoffen zu beschleunigen. Simon Stiell warnte, dass Verzögerungen bei der Reduzierung der Emissionen die wirtschaftliche Instabilität verschärften und die globalen Temperaturen über sichere Grenzen hinaus trieben. Seine Äußerungen fielen zusammen mit dem Beginn der jüngsten Klimaverhandlungen in Bonn, an denen Tausende teilnehmen.
An den Bonner Gesprächen nehmen mehr als 6.500 Delegierte aus 186 Ländern teil, darunter Politiker, Diplomaten und Aktivisten. Ziel der Treffen ist es, die Umsetzung des Pariser Abkommens voranzutreiben, das von nahezu allen Staaten unterzeichnet wurde. Die USA waren unter Donald Trump zeitweise ausgetreten, später aber wieder beigetreten.
Das Pariser Abkommen sieht vor, die globale Erwärmung deutlich unter 2°C, möglichst bei 1,5°C, zu begrenzen. Doch bereits seit 2023 liegen die Temperaturen mehr als 1,5°C über dem vorindustriellen Niveau. Die Fortschritte bleiben gering, da das Abkommen auf freiwillige nationale Zusagen statt auf verbindliche Regelungen setzt.
Stiell betonte, wie die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen Inflation und wirtschaftliche Schocks anheizt. Der anhaltende Nahostkonflikt habe die Krise weiter verschärft, die Energiepreise in die Höhe getrieben und die Instabilität vertieft. Ein Umstieg auf saubere Energien würde seiner Ansicht nach die Versorgungssicherheit stärken und die Preise stabilisieren.
Die Bonner Verhandlungen werden zeigen, ob die Staaten in der Lage sind, aus ihren Zusagen schnelleres Handeln abzuleiten. Um die Ziele des Pariser Abkommens noch zu erreichen, sind nun drastische Emissionssenkungen erforderlich. Ohne entschlossenere Maßnahmen werden die wirtschaftlichen und klimatischen Risiken weiter wachsen.






