US-Forscher fliehen in Scharen nach Deutschland – doch warum?
Forschungsförderung in den USA steht vor wachsender Unsicherheit – besonders in der Klimawissenschaft
Seit der Amtszeit von Donald Trump ist die staatliche Unterstützung in den USA unberechenbarer geworden, was US-Wissenschaftler:innen zunehmend dazu veranlasst, im Ausland nach Fördermöglichkeiten zu suchen. Gleichzeitig verzeichnet Deutschland ein stark gestiegenes Interesse von Forscher:innen aus den USA, die nach Stabilität streben.
Diese Entwicklungen verändern den akademischen Austausch zwischen den beiden Regionen grundlegend. Deutsche Programme wie der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) verzeichnen eine Rekordnachfrage, während politische Spannungen zur Schließung ihrer Standorte in Russland gezwungen haben.
Kürzungen bei Bundesmitteln setzen US-Eliteuniversitäten unter Druck Führende Forschungseinrichtungen wie das Jet Propulsion Laboratory (JPL) der NASA sehen sich mit unsicheren Budgets in der Klimaforschung konfrontiert. Als Reaktion darauf hat Kalifornien den Gesetzentwurf SB 895 vorgelegt – ein 23-Milliarden-Dollar-Plan, um die Position des Bundesstaats in der Raumfahrt- und Klimaforschung zu sichern.
US-Forscher:innen suchen Alternativen – Deutschland profitiert Die Bewerbungen für DAAD-Stipendien für Masterstudiengänge in Deutschland haben sich mehr als verdoppelt. Auch die Alexander-von-Humboldt-Stiftung und die Max-Planck-Gesellschaft melden einen deutlichen Anstieg an Anfragen von US-Wissenschaftler:innen. DAAD-Präsident Joybrato Mukherjee bestätigte den Trend mit den Worten: "Aktuell gibt es sehr viel Bewegung."
Doch die Entwicklung ist nicht einseitig: Deutsche Studierende zeigen weniger Interesse an einem Austausch in den USA – die Anfragen sind um etwa zehn Prozent zurückgegangen. Gleichzeitig haben politische Konflikte den DAAD gezwungen, sein Büro in Moskau sowie das Deutsche Haus für Forschung und Innovation zu schließen. Russischen Bürger:innen drohen nun strafrechtliche Konsequenzen, wenn sie mit der Organisation in Kontakt treten, nachdem diese als "unerwünschte" Einrichtung eingestuft wurde.
Fazit: USA verlieren an Attraktivität – Europa gewinnt an Bedeutung Der Rückgang der Forschungsförderung in den USA treibt immer mehr Wissenschaftler:innen nach Europa. Der DAAD und andere deutsche Einrichtungen verzeichnen eine noch nie dagewesene Nachfrage aus den USA. Gleichzeitig haben politische Restriktionen die akademische Zusammenarbeit mit Russland zum Erliegen gebracht – die Landkarte der internationalen Forschungszusammenarbeit verändert sich nachhaltig.






