15 March 2026, 20:30

Viersen droht bis 2031 die Pleite – IHK warnt vor Steuererhöhungen als falscher Lösung

Ein Kreuzworträtsel mit den Wörtern "Verlust, Risiko und Risiko" ausgefüllt, das auf einer Zeitung mit Text und Zahlen liegt.

Viersen droht bis 2031 die Pleite – IHK warnt vor Steuererhöhungen als falscher Lösung

Viersen steuert auf eine sich verschärfende Finanzkrise zu: Prognosen zufolge droht der Stadt im Jahr 2026 ein Haushaltsdefizit von 39 Millionen Euro, gefolgt von anhaltenden jährlichen Fehlbeträgen bis mindestens 2029. Ohne grundlegende Kurskorrekturen könnte Viersen bis 2031 sogar die Insolvenz riskieren. Nun hat sich die Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Wort gemeldet und rät der Stadt dringend davon ab, die Steuern zu erhöhen. Stattdessen sollten langfristige Lösungen im Vordergrund stehen.

Der Haushaltsentwurf für 2027 sieht vor, notfalls die Grundsteuer (Typ B) oder die Gewerbesteuer anzuheben, falls andere Sparmaßnahmen nicht greifen. Die IHK warnt jedoch, dass eine Erhöhung der Gewerbesteuer im kommenden Jahr die Wettbewerbsfähigkeit Viersens weiter schwächen würde. Zudem wies die Kammer darauf hin, dass die Stadt bereits jetzt die zweithöchste Grundsteuer für gewerbliche Immobilien im gesamten IHK-Bezirk erhebt.

Deutlich gestiegene Ausgaben – insbesondere für Jugendhilfe und den Kreisumlagebeitrag – belasten den Haushalt zusätzlich. Die Liquiditätskredite haben sich verdoppelt, und das prognostizierte Defizit für 2026 nähert sich mittlerweile der 50-Millionen-Euro-Marke. Zwar begrüßt die IHK den freiwilligen Konsolidierungskurs der Stadt, kritisiert aber, dass die Personalkosten weiterhin rasant steigen.

Anstelle von Steuererhöhungen plädiert die IHK für eine stärkere Ausweisung von Gewerbegebieten, um steuerzahlende Unternehmen anzulocken. Zudem sieht sie Potenzial in einer engeren interkommunalen Zusammenarbeit: Gemeinsame Dienstleistungen und schlankere Verwaltungsstrukturen könnten die finanzielle Last mindern.

Sollte es Viersen nicht gelingen, die Haushaltslage in den Griff zu bekommen, drohen jährliche Defizite von 25 bis 35 Millionen Euro – mit der Gefahr einer Insolvenz noch vor Ende des Jahrzehnts. Die IHK-Empfehlungen zielen daher auf den Ausbau von Gewerbeflächen und eine bessere Kooperation mit den Nachbarkommunen ab. Die Stadt steht nun vor entscheidenden Weichenstellungen, um ihre Finanzen zu stabilisieren, ohne die lokale Wirtschaft zusätzlich zu belasten.

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