Vom Kohlekraftwerk zum Digital-Hub: Frimmersdorfs radikale Verwandlung

Hans-Gerd Junk
Hans-Gerd Junk
2 Min.
Ein teilweise abgerissener Bau mit verstreuten Ziegeln und Metallstangen, mit anderen Gebäuden und einem klaren blauen Himmel im Hintergrund.Hans-Gerd Junk

Platz für das Neue: Kühlturm des Braunkohlekraftwerks explodiert - Vom Kohlekraftwerk zum Digital-Hub: Frimmersdorfs radikale Verwandlung

Das ehemalige Kraftwerk Frimmersdorf im rheinischen Revier durchläuft einen tiefgreifenden Wandel. Was in den 1960er-Jahren einmal das größte Kraftwerk Europas war, wird nun zu einem digitalen Innovationszentrum umgebaut. Ein weiterer Meilenstein war der Abriss des markanten 117 Meter hohen Kühlturms, der in der Region schlicht 'Die Quelle' genannt wurde.

Der Kühlturm, Teil des Blocks Q, war 2021 endgültig stillgelegt worden, bevor er mit kontrollierten Sprengungen zu Fall gebracht wurde. Aus Sicherheitsgründen wurden angrenzende Straßen sowie ein Abschnitt des Erft-Flusses vorübergehend gesperrt, doch Anwohner meldeten keine Beeinträchtigungen. Die Abrissarbeiten im nördlichen Bereich, wo der Turm stand, sollen bis Mitte 2028 abgeschlossen werden.

Auf dem 70 Hektar großen Gelände entsteht ein 'Digital- und Innovationshub', der Industrie, Handel und Dienstleistungen vereint. Geplant sind unter anderem ein IT-Sicherheitscampus für die öffentliche Verwaltung sowie ein Geschichtspfad, der die Braunkohle-Vergangenheit der Region dokumentiert. Einige Bauwerke, wie die 550 Meter lange Maschinenhalle, bleiben als denkmalgeschützte Zeugnisse erhalten.

Ein zentrales Projekt steht bereits fest: Im Hauptgebäude des Kraftwerks entsteht ein 20.000 Quadratmeter großes Rechenzentrum für IT.NRW, die IT-Behörde des Landes. Die Umnutzung markiert den Übergang vom Braunkohleabbau zur Technologiewirtschaft und soll die wirtschaftliche Erneuerung des Rheinlands vorantreiben.

Mit dem Abriss beginnt ein neues Kapitel für Frimmersdorf. Die Kombination aus bewahrter Geschichte und moderner Infrastruktur wird Bildung, Innovation und wirtschaftliche Entwicklung fördern. Nach Fertigstellung soll der Hub zu einem zentralen Motor für die digitale Zukunft der Region werden.

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