Von Totschlag bis Betrug: Die dunklen juristischen Schatten der Dschungelstars
Egbert PeukertGerichtliche Akten der Dschungelcamp-Teilnehmer - Von Totschlag bis Betrug: Die dunklen juristischen Schatten der Dschungelstars
Mehrere ehemalige Kandidaten der RTL-Show Ich bin ein Star – Holt mich hier raus! haben im Laufe der Jahre mit schweren juristischen Problemen zu kämpfen gehabt. Gerichtsverfahren, Verurteilungen und Haftstrafen begleiteten zahlreiche bekannte Teilnehmer – von Betrug und Körperverletzung über falsche Anschuldigungen bis hin zu Totschlag. Die Geschichte der Show umfasst sowohl Gewinner als auch Finalisten, deren juristische Auseinandersetzungen noch lange nach ihrem Dschungelaufenthalt Schlagzeilen machten.
Einer der frühesten Fälle betraf Ingrid van Bergen, die 2009 die vierte Staffel gewann. Bereits 1977 war sie wegen Totschlags verurteilt und verbrachte fast fünf Jahre im Gefängnis, bevor sie auf Bewährung entlassen wurde. Ein weiterer Teilnehmer derselben Staffel, Günther Kaufmann, hatte eine noch düsterere Vergangenheit: 2002 wurde er wegen versuchter schwerer Erpressung mit Todesfolge schuldig gesprochen und gab später zu, in seinem Geständnis gelogen zu haben.
Der Sänger Gunter Gabriel, der 2016 an der Show teilnahm, hatte vor seinem Auftritt bereits mehr als 20 Vorstrafen angehäuft – darunter Körperverletzung, Betrug und Beleidigung eines Polizisten. Gina-Lisa Lohfink, die 2017 dabei war, wurde zu einer Geldstrafe von 20.000 Euro verurteilt, weil sie falsche Vergewaltigungsvorwürfe erhoben hatte – ein Urteil, das auch nach ihrer Berufung Bestand hatte. Erst kürzlich wurde dem Schauspieler Martin Semmelrogge 2023 die Einreise nach Australien für die damalige Staffel verweigert, und zwar wegen seiner umfangreichen kriminellen Vergangenheit. Seine Delikte reichten von Verkehrsverstößen über Urkundenfälschung und Drogenbesitz bis hin zu Diebstahl. Im selben Jahr gab Gil Ofarim, Teilnehmer der 19. Staffel, öffentlich zu, in einem Gerichtsverfahren gelogen zu haben, in dem er einem Hotelmitarbeiter antisemitisches Verhalten vorgeworfen hatte.
Auch Wirtschaftsstraftaten waren unter den ehemaligen Kandidaten vertreten. Jens Büchner, der 2017 mitmachte, saß sechs Monate im Gefängnis wegen Anlagebetrugs und erhielt später eine zweijährige Bewährungsstrafe. Der ehemalige Torwart Eike Immel kämpft derzeit gegen ein Urteil an, das ihn zu zwei Jahren und zwei Monaten Haft wegen 107 Fällen von Betrug verurteilt hat. Melanie Müller, die Gewinnerin von 2014, wurde in einem zweiten Verfahren wegen der Verwendung von Symbolen verfassungsfeindlicher Organisationen schuldig gesprochen und musste 3.500 Euro zahlen. Lilly Becker, die Siegerin von 2025, verlor einen Rechtsstreit, nachdem ein Münchner Gericht entschied, dass Zahlungen, die sie als Geschenke deklariert hatte, in Wahrheit Darlehen waren.
Nicht alle Teilnehmer hatten jedoch mit juristischen Problemen zu kämpfen. So traten etwa 2009 Gino D’Acampo und Kim Woodburn ohne bekannte strafrechtliche Vorfälle in den Dschungel ein.
Die juristischen Vorgeschichten dieser Kandidaten erstrecken sich über Jahrzehnte und umfassen ein breites Spektrum an Straftaten. Einige, wie Ingrid van Bergen und Günther Kaufmann, verbüßten lange Haftstrafen, andere mussten Geldstrafen zahlen oder Bewährungsauflagen erfüllen. Die Fälle zeigen, wie sich ehemalige Teilnehmer der Show sowohl vor als auch nach ihren TV-Auftritten mit schweren rechtlichen Konsequenzen auseinandersetzen mussten.