Warum deutsches Gold im Ausland lagert – trotz aller Risiken und Rekordwerten
Egbert PeukertWarum deutsches Gold im Ausland lagert – trotz aller Risiken und Rekordwerten
Gold gilt seit jeher als sichere Geldanlage, frei von den Risiken, die mit Banken oder Regierungen verbunden sind. Sein Wert liegt in seiner physischen Form – im Gegensatz zu Papiergeld, das auf das Vertrauen in Institutionen angewiesen ist. Doch selbst Gold, das in Banktresoren lagert, ist nicht vollständig risikofrei.
Die Idee, dass "Gold ist Geld – alles andere ist Kredit", geht auf das Jahr 1912 zurück, als der Finanzier John Pierpont Morgan diesen Ausspruch prägte. Seit mehr als einem Jahrhundert setzen Anleger auf Gold als Absicherung gegen finanzielle Instabilität. Sein größter Vorteil: Es gibt kein Kontrahentenrisiko – also die Gefahr, dass eine andere Partei, etwa eine Bank oder eine Regierung, ihren Verpflichtungen nicht nachkommt.
Doch Risiken bleiben bestehen. Wer Gold in Schließfächern lagert, könnte Verluste erleiden, wenn Banken Gebühren erheben oder Beschränkungen verhängen – besonders, wenn die Goldpreise steigen. Selbst beliebte goldgedeckte Produkte wie Xetra-Gold oder Euwax-Gold bergen ein gewisses Kontrahentenrisiko.
Die deutschen Goldreserven verdeutlichen das Problem. Die Bundesrepublik hält rund 3.352 Tonnen, aufgeteilt auf Frankfurt (1.710 Tonnen), die US-Notenbank in New York (1.236 Tonnen) und die Bank of England in London (405 Tonnen). Nirgendwo sonst wird deutsches Gold gelagert. Diese Bestände, die 2005 noch 13,6 Milliarden Euro wert waren, haben heute einen Wert von etwa 177 Milliarden Euro.
Trotz des gestiegenen Werts hat Bundesbank-Präsident Joachim Nagel Forderungen nach einer Rückholung des im Ausland lagernden Goldes zurückgewiesen. Dennoch bleiben Bedenken. Einige argumentieren, dass geopolitische Spannungen und Kontrahentenrisiken dafür sprechen, das Gold näher an der Heimat zu lagern.
Die Debatte über die Sicherheit von Gold hält an, während sein Preis steigt und die Lagerrisiken deutlicher werden. Zwar umgeht physisches Gold viele finanzielle Gefahren – ganz frei von Risiken ist es aber nicht. Für Deutschland bleibt die Frage, ob die Lagerung von Milliardenwert an Gold im Ausland noch die sicherste Option ist.
Earlier repatriation efforts and legal risks highlight ongoing debates over German gold storage
Earlier efforts show the Bundesbank successfully repatriated 300 tons of gold from New York to Frankfurt in 2016, completing the move ahead of the 2020 schedule. By year-end 2016, New York holdings dropped to 36.6% of total reserves. Key details:
- 111 tons were transferred from New York during this phase
- The repatriation reduced foreign storage risks identified by the Bundesrechnungshof
- Despite these moves, 37% of gold remains in New York as of 2026






