Warum die deutsche Autoindustrie gegen China und eigene Strukturen kämpft

Hans-Gerd Junk
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2 Min.
Ein Mercedes-Benz-Werk in Deutschland mit Fahrzeugen auf der Straße, umgeben von Gras, Pflanzen, Bäumen, Gebäuden und Polen, von denen einer ein Logo trägt, unter einem bewölkten Himmel.Hans-Gerd Junk

Warum die deutsche Autoindustrie gegen China und eigene Strukturen kämpft

Die deutsche Autoindustrie steht nach Einschätzung des AutomobilExperten Ferdinand Dudenhöffer vor ernsten Herausforderungen. Hohe Kosten, schwache politische Unterstützung und der wachsende Wettbewerb aus China setzten die hiesigen Hersteller zunehmend unter Druck.

Trotz der Schwierigkeiten sieht Dudenhöffer den Sektor jedoch nicht im unaufhaltsamen Niedergang – betont aber, dass tiefgreifende Veränderungen notwendig seien.

Besonders das Jahr 2022 bezeichnete Dudenhöffer als extrem schwierig für die deutschen Autobauer und nannte es ein "außergewöhnlich schlechtes Ausreißerjahr". Als zentrale Probleme führte er ungünstige Kostenstrukturen, hohe Lohnnebenkosten und explodierende Energiepreise an. Seine schonungslose Bilanz fiel deutlich aus: "Das größte Problem für unsere heimischen Konzerne ist Deutschland selbst."

Kritik übte er auch an der Politik, die der Industrie kaum mehr als leere Versprechungen zur Stärkung des Standorts biete. Aus seiner Sicht habe sich der überbordende Sozialstaat in Deutschland zu einer Belastung entwickelt, deren Kosten letztlich die Wirtschaft tragen müsse. "Wir haben uns einen überdimensionierten Sozialstaat geleistet – und die Industrie muss am Ende die Zeche zahlen", so Dudenhöffer.

Zudem verlieren deutsche Autobauer zunehmend an Boden gegenüber chinesischen Konkurrenten wie BYD, das seinen Absatz in Europa innerhalb eines Jahres verdreifacht hat – trotz der EU-Zölle. Auch Tesla gerät in Schlüsselmärkten wie Frankreich, Deutschland und Schweden unter Druck, wo sein Marktanteil schrumpft. Die Aktienkurse deutscher Hersteller sind angesichts drohender neuer Zölle um zehn Prozent gefallen, während die Regierung für 2026 nur noch ein Wirtschaftswachstum von einem Prozent prognostiziert.

Dudenhöffer bleibt vorsichtig optimistisch und erklärt, die deutschen Autobauer "werden es schaffen – aber sie müssen es im Ausland tun". Seine Warnung spiegelt einen grundlegenden Wandel wider, da China zunehmend in Bereichen konkurriert, in denen Deutschland einst führend war – etwa im Fahrzeugbau. Sogar die Handelsbilanz des Landes ist ins Minus gerutscht, ein Zeichen für tiefgreifendere wirtschaftliche Probleme.

Die Bundesregierung hat anerkannt, dass China in Branchen, die traditionell von Deutschland dominiert wurden, längst zu einem schweren Konkurrenten geworden ist. Angesichts schrumpfender Marktanteile und steigender Kosten steht die Autoindustrie vor einem schwierigen Weg. Dudenhöffers Aussagen unterstreichen, wie dringend strukturelle Reformen sind, wenn Deutschland in der globalen Automobilproduktion konkurrenzfähig bleiben will.

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