Wasserkraft in NRW stagniert: Warum 2025 fast nichts voranging
Klaus-Michael JopichVerband kritisiert Stillstand bei Wasserkraftausbau in NRW - Wasserkraft in NRW stagniert: Warum 2025 fast nichts voranging
Nordrhein-Westfalen (NRW) verzeichnete 2025 keinen nennenswerten Zubau bei der Wasserkraft. Bis Jahresende waren im Land 517 Anlagen in Betrieb, die zusammen knapp 191 Megawatt Strom erzeugten. Experten warnen nun, dass Verzögerungen und politische Hürden die weitere Entwicklung des Sektors blockieren.
Der Landesverband Erneuerbare Energien NRW (LEE NRW) bestätigte einen nahezu vollständigen Stillstand beim Ausbau der Wasserkraft in den vergangenen zwei Jahren. 2025 ging lediglich ein kleines Wasserrad in Düren mit einer Leistung von 26 Kilowatt ans Netz. Weitere konventionelle Wasserkraftwerke wurden im gesamten Bundesland nicht in Betrieb genommen.
LEE-NRW-Vorsitzender Hans-Josef Vogel kritisierte die Stagnation als Widerspruch zu den Klimaschutz- und Energiezielen des Landes. Zudem bezeichnete er den mangelnden Fortschritt als wirtschaftlich nicht tragbar. Der Verband nannte langwierige Genehmigungsverfahren sowie Widerstand von Naturschutzverbänden und Behörden als Hauptgründe für die Blockade.
Trotz der Stockungen identifizierte der LEE NRW mögliche Standorte für neue Anlagen an Flüssen wie Lippe, Rur und Werre. Doch ein Entwurf der Landeswasserstrategie sorgt für Besorgnis: Geplant ist unter anderem eine beschleunigte Beseitigung von Querbauwerken, was die Ausbauchancen der Wasserkraft weiter einschränken könnte.
Bundesweit verzeichnete Deutschland zwischen 2021 und 2025 einen moderaten Zubau bei Kleinstwasserkraft. Daten der Bundesnetzagentur und des Umweltministeriums zufolge gingen in diesem Zeitraum zwischen 120 und 180 Mini-Anlagen (jeweils unter 1 Megawatt Leistung) ans Netz.
NRWs Wasserkraftsektor bleibt damit weiter auf dem Stand – mit nur minimalen Zuwächsen in den letzten Jahren. Die aktuelle Politik des Landes und die Genehmigungshürden blockieren weiterhin neue Projekte. Ohne Kurskorrektur droht die Region, ihre Ziele im Bereich erneuerbare Energien noch weiter zu verfehlen.






