16 March 2026, 22:23

Wasserstoffbranche zwischen Hoffnung und Rückschlägen: Kurse schwanken, Projekte stocken

Plakat mit Text und Logo, das "Wir reduzieren die Treibhausgasemissionen um etwa eine Gigatonne bis 2030", für eine signifikante Reduzierung der Treibhausgasemissionen bis 2030 wirbt.

Wasserstoffbranche zwischen Hoffnung und Rückschlägen: Kurse schwanken, Projekte stocken

Die Wasserstoffbranche erlebte diese Woche gemischte Entwicklungen: Während die Aktienkurse schwankten, traten betriebliche Herausforderungen zutage. Bloom Energy verzeichnete nach monatelangen Gewinnen einen Kursrückgang, während der norwegische Wasserstoffspezialist Nel ASA trotz anhaltender finanzieller Schwierigkeiten einen leichten Aufschwung verbuchen konnte. Gleichzeitig gerieten öffentliche Wasserstoffprojekte zunehmend in die Kritik – vor allem wegen ihrer Zuverlässigkeit und Kosten.

Die Aktien von Bloom Energy fielen am Freitag um 1,7 Prozent auf 154,51 US-Dollar und beendeten damit eine längere Aufwärtsphase. Der Rückgang folgte auf Enttäuschung über ausbleibende große Neuaufträge, obwohl das Unternehmen im vergangenen Jahr einen viel beachteten Deal mit Oracle abgeschlossen hatte. Anleger hatten weitere Vereinbarungen erwartet, doch diese blieben aus, was zu einem Rückzug der Käufer führte.

Der norwegische Wasserstoffhersteller Nel ASA startete mit einem Plus von 2,5 Prozent bei 0,192 Euro in den Handel an der Börse Stuttgart. Der Anstieg brachte den Aktionären eine kurze Verschnaufpause, nachdem der Kurs zuvor nur knapp über dem Rekordtief von 0,17 Euro gelegen hatte. Trotz schwacher Auftragseingänge und sinkender Umsätze hat Nel in den letzten Jahren wichtige Projekte umgesetzt, darunter einen 200-Megawatt-Elektrolyseur in Norwegen (2025), ein 100-Megawatt-System in Texas (2026) und eine 50-Megawatt-Anlage für das deutsche Wasserstoffnetz (2025). Dennoch kämpft das Unternehmen weiterhin darum, die Märkte von seiner langfristigen Überlebensfähigkeit zu überzeugen.

Unterdessen gab ITM Power die finale Investitionsentscheidung für ein weiteres großes Wasserstoffprojekt bekannt. Das Unternehmen steht unter Druck, seine Pläne in operative Erfolge umzuwandeln, um den Aktienkurs zu stabilisieren. Steigende Ölpreise könnten der Branche neue Chancen eröffnen, doch Skepsis bleibt, ob der Sektor effizient skalieren kann.

In Deutschland geriet der kommunale Entsorgungsbetrieb der Stadt Bielefeld in die Kritik, nachdem seine wasserstoffbetriebenen Müllfahrzeuge ungenutzt herumstanden. Die Verantwortlichen wischten die Probleme als Anfangsschwierigkeiten beiseite und bekräftigten ihr Bekenntnis zur Technologie. Der Vorfall unterstrich jedoch die anhaltenden Bedenken hinsichtlich der Praxistauglichkeit von Wasserstoff im öffentlichen Sektor.

Die Wasserstoffbranche bleibt volatil: Unternehmen wie Bloom Energy und Nel ASA erleben starke Kursschwankungen. Zwar kommen einige Projekte voran, doch betriebliche Hürden und Zweifel der Anleger prägen weiterhin die Zukunftsaussichten der Branche. Öffentliche Pilotprojekte wie die problematischen Müllwagen in Bielefeld heizen die Debatte über die Alltagstauglichkeit von Wasserstoff zusätzlich an.

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