13 March 2026, 02:20

Wie die "Pizza-Connection" im Bundestag zur AfD-Hochburg wurde

Eine Gruppe von Menschen sitzt an Tischen vor einem Restaurant in Rom, Italien, mit Flaschen, Gläsern und anderen Gegenständen auf den Tischen und Wänden mit Texttafeln, einer Tür ins Innere und beleuchteten Lichtern, sowie Regalen mit verschiedenen Gegenständen im Inneren.

Wie die "Pizza-Connection" im Bundestag zur AfD-Hochburg wurde

Die "Pizza-Connection" – der informelle bundesweite Gesprächskreis im Bundestag – hat in der aktuellen Legislaturperiode ihre Treffen wiederaufgenommen. Nach einer vorübergehenden Schließung wurde das Bonner Restaurant, in dem die Runden stattfinden, unter neuer Leitung wiedereröffnet: Ein Nachkomme der ursprünglichen Besitzer hat die Geschäfte übernommen. Die grüne Abgeordnete Claudia Müller organisiert nun die vertraulichen Gespräche.

Die Zusammensetzung der Gruppe hat sich seit 2021 deutlich verändert. Mittlerweile stellen AfD-Mitglieder über 40 Prozent der Teilnehmer – ein Anstieg von rund 20 Prozent in früheren Legislaturperioden. Gleichzeitig ist der Anteil der CDU/CSU auf unter 10 Prozent gesunken. Der Kreis zählt heute mehr politische Außenseiter und umstrittene Persönlichkeiten wie Maximilian Krah (AfD) zu seinen Mitgliedern, während früher etablierte Konservative aus FDP und CDU dominierten.

Trotz jahrelanger Gespräche hat die "Pizza-Connection" bisher keine schwarz-grüne Koalition auf Bundesebene hervorgebracht. Eine grüne Politikerin, die mehrfach teilnahm, bezeichnete die Treffen als "leere Wortgefechte" und kritisierte, dass sie keine inhaltliche Annäherung bewirkt hätten. Das Angebot der Speisekarte wechselt regelmäßig, doch Nudelgerichte bleiben ein fester Bestandteil.

Historisch gab es ähnliche überparteiliche Gesprächsrunden zwischen SPD, Linken und Grünen. Doch in der aktuellen Legislaturperiode hat sich kein Pendant zur "Pizza-Connection" im rot-rot-grünen Spektrum gebildet. Die Wiedereröffnung des Restaurants folgte auf Umbaumaßnahmen, nachdem die früheren Besitzer ihren Rückzug angekündigt hatten.

Die "Pizza-Connection" bleibt ein informeller Ort des politischen Austauschs – ihr Einfluss auf die Politik jedoch begrenzt. Mit wachsendem AfD-Zuspruch und schrumpfender CDU/CSU-Beteiligung haben sich die Dynamiken der Gruppe gewandelt. Die Treffen finden weiterhin statt, doch konkrete Bündnisse sind daraus bisher nicht entstanden.

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