Wie eine Apotheke in Herten trotz Krise und E-Rezept-Chaos wächst
Apotheken in ganz Deutschland stehen unter wachsendem finanziellen Druck – verursacht durch steigende Kosten und die Umstellung auf E-Rezepte. Trotz dieser Herausforderungen verzeichnet die Apotheke von Ingo Müller in Herten einen deutlichen Kundenanstieg, nachdem ein benachbarter Konkurrent schließen musste. Der Inhaber blickt vorsichtig optimistisch in die Zukunft.
Müller eröffnete seine erste eigene Apotheke 2018, bevor er 2020 eine zweite Filiale gründete. Seitdem hat er sein Angebot erweitert, um der Nachfrage gerecht zu werden – darunter die Blisterverpackung von Medikamenten für Pflegeheime, Ärzte und ambulante Pflegedienste. Um den erhöhten Arbeitsaufwand zu bewältigen, richtete er eine zusätzliche Kasse ein und stockte das Personal auf, sowohl durch Neueinstellungen als auch durch die Verlängerung bestehender Schichten.
Die Einführung digitaler Rezepte brachte neue Hürden mit sich. Technische Störungen im Telematiksystem können den Betrieb lahmlegen und den Apotheken Umsatzeinbußen bescheren. Müller hat zudem einen 24-Stunden-Automaten für rezeptfreie Produkte installiert, um den Verkauf zu beschleunigen und sein Team zu entlasten.
Über sein eigenes Geschäft hinaus engagiert sich Müller als Sprecher der örtlichen Apotheker. Er beteiligt sich an Protesten und öffentlichen Kampagnen, um auf die finanziellen Probleme der Branche aufmerksam zu machen – angetrieben durch Lohnsteigerungen und schrumpfende Gewinnmargen.
Müllers Apotheke hat sich durch Investitionen in Technik und Personal angepasst, doch die branchenweiten Belastungen bleiben bestehen. Die Schließung eines Konkurrenten brachte unerwartetes Wachstum, doch die langfristige Stabilität hängt davon ab, die steigenden Kosten im Griff zu behalten. Derzeit konzentriert er sich auf Effizienzsteigerungen und den Einsatz für die Belange des Berufsstands.






