21 December 2025, 17:50

Wie läuft der Haushalt, was muss verbessert werden? Die Stadt Mönchengladbach im Fokus von gpaNRW

Eine Stadtansicht mit Gebäuden, Bäumen, Polen, Straßen, Fahrzeugen und Himmel.

Wie läuft der Haushalt, was muss verbessert werden? Die Stadt Mönchengladbach im Fokus von gpaNRW

Wie steht es um den Haushalt, was muss besser werden?Mönchengladbach im Fokus der gpaNRW-Prüfung

Im Rahmen der regelmäßigen Kommunalprüfungen in Nordrhein-Westfalen durch die Gemeinschaftsprüfungsanstalt NRW (gpaNRW) wurden die Prüfergebnisse und die analysierte Haushaltslage dem Stadtrat von Mönchengladbach vorgestellt.

Veröffentlichungsdatum: 20. Dezember 2025, 10:23 Uhr

Mönchengladbach hat von der Landesprüfungsbehörde NRW eine kritische Finanzbewertung erhalten, die tief verwurzelte strukturelle Defizite aufzeigt. Zwar verzeichnete die Stadt zwischen 2019 und 2023 positive Haushaltsergebnisse, doch warnen die Prüfer vor steigenden Kosten, stagnierenden Einnahmen und verfehlten Investitionszielen. Die Verantwortlichen stehen nun unter Druck, bis Ende 2025 umfassende Reformen umzusetzen.

Der im Dezember 2025 veröffentlichte Prüfbericht deckte anhaltende Schwächen in der Finanzplanung Mönchengladbachs auf. Zu den zentralen Erkenntnissen zählten unterschätzte langfristige Pensionsverpflichtungen sowie unzureichende Mittel für dringende Investitionen. Zudem blieb fast ein Drittel der veranschlagten Investitionsgelder zwischen 2019 und 2023 ungenutzt – trotz jährlicher Haushaltsüberschüsse in diesem Zeitraum.

Um die Probleme zu bewältigen, empfahl die NRW-Behörde unverzügliche Maßnahmen. Dazu gehören strenge Ausgabenkontrollen, die Verschiebung nicht dringender Projekte sowie eine verbesserte Schuldenumschichtung. Die Stadt solle zudem ihre Einnahmen durch höhere Gebühren, effizientere Steuereintreibung und eine stärkere interne Finanzaufsicht steigern. Regelmäßige Fortschrittskontrollen und mögliche Gespräche mit dem Land über Konsolidierungshilfen wurden angeraten, um den Sanierungskurs zu halten.

Über die Finanzfragen hinaus wies der Bericht auf Lücken im Risikomanagement und in der Nachhaltigkeitsplanung hin. Mönchengladbach fehlt es an einer detaillierten Risikoanalyse für Krisenszenarien sowie an einer umfassenden Nachhaltigkeitsstrategie – obwohl einige allgemeine Ziele bereits in den Haushalt eingearbeitet sind. Im IT-Bereich gab es zwar Fortschritte bei der Steuerung, doch müssen die Softwarelizenzierung strenger kontrolliert und die Überwachung ausgeweitet werden. Auch die Klimaziele stellen eine finanzielle Herausforderung dar: Um bis 2045 Klimaneutralität zu erreichen, wären mehr als doppelt so hohe Mittel für kommunale Gebäude nötig als derzeit vorgesehen. Die Stadt hat zugesagt, alle Prüfempfehlungen zu prüfen und wird auf der nächsten Ratssitzung eine offizielle Stellungnahme vorlegen.

Mönchengladbach muss nun auf mehreren Ebenen handeln, um seine Finanzen zu stabilisieren. Die nächsten Schritte umfassen strengere Haushaltskontrollen, verschobene Investitionen und verbesserte Einnahmestrategien. Ohne nachhaltige Reformen könnten steigende Kosten und unerfüllte Verpflichtungen die finanzielle Belastung der Stadt in den kommenden Jahren weiter verschärfen.