22 March 2026, 08:21

Willich streicht zwei Kitas – Eltern kämpfen um wohnortnahe Betreuung

Plakat für den American Rescue Plan, mit Text, der besagt, dass es die Kinderarmut halbieren würde, und einem Bild einer vielfältigen Gruppe von Menschen.

Willich streicht zwei Kitas – Eltern kämpfen um wohnortnahe Betreuung

Zwei geplante Kitas in Willich wurden wegen knapper Haushaltsmittel und sinkender Anmeldezahlen gestrichen. Die Entscheidung hat bei Eltern Besorgnis ausgelöst und eine neue Kampagne für lokale Betreuungslösungen ins Leben gerufen. Nun fordern Familien und Unterstützer von der Stadtführung klare Antworten.

Mit der Streichung bleibt das generationenübergreifende Zentrum Reinershof als einziges verbleibendes kommunales Kita-Projekt erhalten. Dort soll die Kita Alperof integriert werden, doch die Finanzierung wirft Fragen auf. Die Stadt arbeitet mit dem Investor SIGA Services GmbH zusammen, der die Kernsanierungskosten in Höhe von geschätzten 12 bis 15 Millionen Euro übernimmt. Willich steuert aus Rücklagen und Krediten 4,5 Millionen Euro bei. Im Gegenzug erhält SIGA ein 30-jähriges Nutzungsrecht für Seniorenwohnungen – wodurch indirekt 3,5 Millionen Euro für den Neubau der Kita Alperof in der Pasteurstraße frei werden.

Verärgert über die mangelnde Kommunikation wandten sich Elternvertreter und die Initiative "Freunde der Kita Alperof" bereits am 6. März in einem Schreiben an Bürgermeister Pakusch. Da keine Antwort erfolgte, folgt nun ein zweiter offener Brief. Ziel ist es, die städtischen Angaben zu den Fahrwegen zu Kitas zu überprüfen und eine transparente Dialogbereitschaft einzufordern.

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Unter dem Motto "Kleine Füße, kurze Wege" fordert die Kampagne nun eine wohnortnahe Kinderbetreuung. Die Initiatoren argumentieren, dass kürzere Anfahrtszeiten den Stress für Familien verringern, die Planbarkeit verbessern und mehr Raum für qualitative Zeit mit den Kindern schaffen würden.

Trotz der Rückschläge läuft das Reinershof-Projekt wie geplant weiter. Die öffentlich-private Partnerschaft sichert die Umwidmung, ohne direkt mit dem städtischen Haushalt 2024–2028 um Mittel konkurrieren zu müssen. Kritiker hinterfragen jedoch, ob dieser Ansatz den generellen Bedarf an zugänglicher Kinderbetreuung in ganz Willich tatsächlich deckt.

Die Kampagne gewinnt weiterhin Unterstützung, während Eltern vom Bürgermeisteramt klarere Aussagen einfordern. Mit nur einer neuen Kita in der Pipeline wächst der Druck, nachhaltige Lösungen zu finden. Ob und wie der angemahnte Dialog stattfindet, könnte die Kita-Politik in Willich auf Jahre prägen.

Quelle