Willich verabschiedet Haushalt 2026 einstimmig – trotz Streit um Kita-Kosten und Sparmaßnahmen
Hans-Gerd JunkWillich verabschiedet Haushalt 2026 einstimmig – trotz Streit um Kita-Kosten und Sparmaßnahmen
Der Stadtrat von Willich hat den Haushalt für 2026 in Rekordzeit verabschiedet – alle Fraktionen stimmten dabei engen Redezeitbegrenzungen zu. Die Entscheidung fiel nach wochenlangen Debatten über steigende Kinderbetreuungskosten und finanzielle Belastungen. Trotz unterschiedlicher Meinungen zu einzelnen Maßnahmen wurde der Haushalt einstimmig angenommen und tritt im Juli in Kraft.
Eltern in Willich hatten zuvor Bedenken gegen geplante Geschwistergebühren und höhere Kita-Beiträge geäußert. Viele fürchteten, dass die Änderungen Familien mit mehreren Kindern zusätzlich belasten würden. Der Jugendhilfeausschuss lehnte die Vorhaben jedoch schließlich ab und behielt die bisherige Regelung bei, wonach keine ermäßigten Geschwistergebühren im Kindergarten erhoben werden.
Der Rat beschloss stattdessen eine dauerhafte Erhöhung der jährlichen Gebührenanpassung für Kitas – von zwei auf drei Prozent. Mit dieser Maßnahme sollen die steigenden Betriebskosten im Bereich der Kinderbetreuung ausgeglichen werden.
Während der Haushaltsberatungen brachte die SPD konkrete Sparvorschläge ein. Dazu zählten Kürzungen bei der Innenraumbegrünung, bestimmten Nachhaltigkeitsprojekten und Mietzuschüssen. Die Partei begrüßte zwar die Bauturbo-Initiative für bezahlbaren Wohnraum, kritisierte aber die Streichung des Deutschlandtickets für anspruchsberechtigte Studierende.
Die Fraktion der Grünen unterstützte den Haushalt, wies jedoch auf die angespannte Finanzlage der Stadt hin. Sie forderten unverzügliche Schritte, um die Ausgaben zu stabilisieren. Die SPD stimmte dem Plan zwar zu, bestand aber auf verantwortungsvolle Kürzungen bei nicht essenziellen Posten.
Der Haushalt 2026 wird nun umgesetzt, wobei die zentralen Änderungen bei den Kita-Gebühren und der Wohnungsbaupolitik ab Juli greifen. Die Entscheidung des Rates spiegelt einen Ausgleich zwischen finanziellen Zwängen und öffentlichen Interessen wider. Die neuen Regelungen werden ab Juli rechtlich verbindlich.






