ZDF strahlt gefälschte KI-Videos im heute-journal aus – und löst Skandal aus

Klaus-Michael Jopich
Klaus-Michael Jopich
2 Min.
Alte russische Zeitung mit Schwarz-Weiß-Bild eines ernst dreinblickenden Mannes auf der TitelseiteKlaus-Michael Jopich

"Skandalöse Fälschung": Scharfe Kritik an der ZDF für die Verwendung von künstlichen Videos - ZDF strahlt gefälschte KI-Videos im heute-journal aus – und löst Skandal aus

Der deutsche öffentlich-rechtliche Sender ZDF hat eingeräumt, in seiner Hauptnachrichtensendung heute-journal gefälschte, KI-generierte Videos ausgestrahlt zu haben. Die Clips, die angeblich US-Abschiebungen zeigen sollten, enthielten sowohl manipuliertes Filmmaterial als auch irreführende reale Szenen. Der Vorfall hat scharfe Kritik von Politikern und Medienaufsichtsbehörden ausgelöst.

Der Fehler flog auf, nachdem das heute-journal einen Beitrag mit KI-erzeugten Aufnahmen zu US-Abschiebungen gesendet hatte. Ein Clip, der sich später als komplett gefälscht herausstellte, wurde als authentisch präsentiert. Ein weiterer zeigte die Festnahme eines Zehnjährigen in Florida im Jahr 2022 – ein Vorfall ohne Bezug zu Migrationskontrollen –, wurde aber als Abschiebung eines Kindes durch US-Behörden dargestellt.

In derselben Sendung warnte Moderatorin Dunja Hayali die Zuschauer vor den Gefahren gefälschter Videos im Internet. Die Ironie dieser Mahnung blieb Kritikern nicht verborgen, die umgehend das Versäumnis des Programms rügten, die eigenen Inhalte nicht ausreichend zu prüfen.

ZDF räumte den Fehler später ein und führte ihn auf einen "technischen Fehler" während der Sendungsübertragung zurück. Nathanael Liminski, Mitglied des ZDF-Fernsehrats, bezeichnete den Vorfall als "schweren Fehler" und forderte eine Entschuldigung sowie eine umgehende Richtigstellung. Steffen Bilger, parlamentarischer Geschäftsführer der CDU/CSU-Fraktion, nannte das Versäumnis "ziefst beunruhigend" und beständigte auf eine lückenlose Aufklärung.

Die Kritik erstreckte sich auch auf die internen Standards des Senders. Liminski betonte, öffentlich-rechtliche Medien müssten höchste journalistische Sorgfalt walten lassen – die Methodik des Beitrags stehe jedoch im Widerspruch zu diesen Grundsätzen.

Die Folgen des Vorfalls haben ZDF unter Druck gesetzt: Politiker und Medienbeobachter bewerten den Fall als schweren Vertrauensbruch. Der Sender kündigte zwar eine Überprüfung der Abläufe an, doch der Schaden für seinen Ruf bleibt vorerst Gegenstand intensiver Diskussion.

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