Bayer-Lobbyist warnt: Europas Landwirtschaft droht der globale Abstieg
Hans-Gerd JunkTopmanager fürchtet wirtschaftlichen Graben zum USA - Bayer-Lobbyist warnt: Europas Landwirtschaft droht der globale Abstieg
Europa muss schnell handeln, um wirtschaftlichen und landwirtschaftlichen Niedergang zu vermeiden – das warnt Matthias Berninger, der Chef-Lobbyist von Bayer. Ohne die Annahme neuer Agrartechnologien drohe der Kontinent im globalen Wettbewerb zurückzufallen, insbesondere bei der Weizenproduktion. Berninger betont zudem, wie wichtig es sei, dass Europa die Beziehungen zu den USA stärkt, um langfristige wirtschaftliche Schäden abzuwenden.
Als Schlüssel für die Anpassung an den Klimawandel sieht Berninger das Potenzial Europas in der Agrarbiotechnologie, vor allem bei der Genomeditierung. Die Zulassung dieser Methoden könnte seiner Meinung nach schwere Produktionsverluste verhindern und die Abhängigkeit von umstrittenen Chemikalien wie Glyphosat verringern. Die öffentliche Debatte über genomeditierte Lebensmittel habe sich mittlerweile von hitzigen Diskussionen hin zu sachlicheren Gesprächen gewandelt, so Berninger.
Bayer, das 2018 den Konzern Monsanto übernahm, steht wegen Glyphosat seit Jahren vor Milliardenklagen. Berninger zeigte sich jedoch zuversichtlich, dass das Unternehmen seine rechtlichen Verpflichtungen bis Ende dieses Jahres deutlich reduzieren werde. Gleichzeitig warnte er, dass Europas Zögerlichkeit bei der Einführung neuer Agrartechnologien die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber globalen Konkurrenten schwächen könnte.
Über die Landwirtschaft hinaus mahnte Berninger, dass eine Erosion der transatlantischen Beziehungen eine erhebliche wirtschaftliche Bedrohung darstelle. Europa und die USA müssten zusammenhalten, um ihren gemeinsamen Einfluss auf der Weltbühne zu bewahren, betonte er.
Berningers Warnungen zielen auf zwei zentrale Herausforderungen ab: Europa muss seine Landwirtschaft modernisieren und gleichzeitig das wirtschaftliche Bündnis mit den USA erhalten. Ohne Fortschritte in der Agrartechnologie könnten Weizenproduktion und allgemeine Wettbewerbsfähigkeit leiden. Zugleich würde ein Bruch mit Amerika beide Regionen in einem zunehmend hart umkämpften globalen Markt verwundbar zurücklassen.