Bedrohung durch Aufspaltung für die Auto-Sparte von Rheinmetall nach Übernahme
Klaus-Michael JopichBedrohung durch Aufspaltung für die Auto-Sparte von Rheinmetall nach Übernahme
Rheinmetalls Automotive-Sparte nach Übernahme von Zerschlagung bedroht
Rheinmetalls Automobilzulieferer-Sparte steht nach einer Übernahme vor der möglichen Aufspaltung.
- Dezember 2025, 08:26 Uhr
Industrie, Finanzen, Luft- und Raumfahrt
Rheinmetall veräußert seine Automobilzulieferer-Sparte, wobei die aktuellen Gebote zwischen 500 Millionen und 600 Millionen Euro liegen – deutlich unter der von Vorstandschef Armin Papperger ursprünglich angestrebten Milliarde Euro. Als favorisierte Bieter haben sich die Private-Equity-Gesellschaften Advent International und Bain Capital im Verkaufsverfahren durchgesetzt.
Das Bieterverfahren stößt bei Finanzinvestoren auf großes Interesse. Neben Advent und Bain war auch KKR im Rennen, doch die beiden erstgenannten Unternehmen liegen nun vorn. Eine endgültige Entscheidung wird für das erste Quartal 2026 erwartet.
Laut Berichten sehen Investoren kaum Synergien zwischen den verschiedenen Geschäftsbereichen der Sparte. Diese mangelnde Verzahnung macht eine Zerschlagung nach einer Übernahme wahrscheinlich. Ungewiss bleibt die Zukunft der zivilen Aktivitäten von Rheinmetall, darunter die Tochtergesellschaft Mira GmbH.
Parallel dazu verlagert Rheinmetall Teile seiner zivilen Standorte auf die Rüstungsproduktion. Das Werk in Neuss, bisher Teil der Automobil-Sparte, wird künftig Aufklärungssatelliten sowie Türme für das Flugabwehrsystem Skyranger fertigen. An dem Projekt ist auch das finnische Start-up Iceye beteiligt. Noch unklar ist jedoch, ob das gesamte Neuss-Werk in Rheinmetalls Besitz verbleibt oder ob Teile an den neuen Eigentümer übergehen.
Der Verkauf der Automobil-Sparte schreitet voran, mit Advent und Bain als führenden Bietern. Sollte es zu einer Aufspaltung kommen, könnten die zivilen Bereiche des Geschäfts vor tiefgreifenden Veränderungen stehen. Die verstärkte Ausrichtung auf Rüstungsproduktion an Standorten wie Neuss deutet auf eine strategische Neuausrichtung des Konzerns hin.