NRW-Polizei setzt auf OSINT: Digitale Ermittler gegen politische Kriminalität
Hans-Gerd JunkNRW-Polizei setzt auf OSINT: Digitale Ermittler gegen politische Kriminalität
Nordrhein-Westfalens Polizei baut digitale Kompetenzen mit großem Open-Source-Intelligence-Schub aus
Die Polizei in Nordrhein-Westfalen stärkt ihre digitalen Fähigkeiten mit einem massiven Ausbau im Bereich Open Source Intelligence (OSINT). Ziel der Initiative ist es, die Fähigkeiten der Ermittler bei der Beschaffung und Auswertung öffentlich zugänglicher Onlinedaten zu verbessern. Bereits laufen Schulungen beim Landesamt für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten (LAFP) in Neuss, wo Beamte lernen, soziale Medien und andere frei verfügbare Quellen für Ermittlungen zu nutzen.
Das Projekt mit dem Namen „Digitale Streife“ hat die Personaldecke beim Landeskriminalamt (LKA) in Düsseldorf bereits erweitert. Zehn neue Beamte wurden eingestellt, sechs davon verstärken das Team von Fabian Coenen – die Abteilung 22.2, die sich auf OSINT bei politisch motivierter Kriminalität spezialisiert hat. Fast 100 weitere Beamte in sechs Staatsschutzeinheiten sind mittlerweile in die Maßnahmen eingebunden.
Coenen, ein 42-jähriger Fachmann, leitet eine Abteilung, die von einst zwei Mitgliedern auf 16 Experten angewachsen ist. Zu seinem Team gehören IT-Spezialisten, Soziologen und Politikwissenschaftler, die gemeinsam schnelle Einsatzreaktionen bei dynamischen politischen Ereignissen unterstützen.
Für die Schulungen zeichnet Marc Restemeyer verantwortlich, ein 37-jähriger Ausbilder beim LAFP. Er koordiniert Lehrgänge für neue LKA-Rekruten sowie für Beamte der sechs regionalen „Digitalen Streifen“-Einheiten. Das gesamte Programm läuft auf der bereits vorhandenen Hardware und Software an den Arbeitsplätzen der Teilnehmer – zusätzliche Ausrüstung ist nicht nötig.
Die sechs spezialisierten Einheiten bringen ihr OSINT-Wissen nun in den Staatsschutz ein und helfen dabei, Bedrohungen in Echtzeit zu verfolgen und zu analysieren. Ihre Arbeit ist darauf ausgelegt, mit der Geschwindigkeit digitaler Informationsströme in kritischen Lagen Schritt zu halten.
Der Ausbau der OSINT-Fähigkeiten markiert einen bedeutenden Wandel in der Art und Weise, wie die nordrhein-westfälische Polizei digitale Aufklärung betreibt und nutzt. Mit fast 100 geschulten Beamten und einem festen Expertenteam ist die Behörde nun besser gerüstet, um Online-Bedrohungen zu überwachen und darauf zu reagieren. Die Initiative stellt sicher, dass die Ermittler in politisch sensiblen Fällen schnell handeln können – gestützt auf Daten aus öffentlich zugänglichen Quellen.






