19 December 2025, 18:32

Die Wahrheit

Vögel in der Mitte, Pflanzen unten, ein Weihnachtsbaum links, Gebäude im Hintergrund und Banner mit Text.

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Allgegenwärtig in Bayern: Vor Weihnachten wird in Bayern das Gedicht „Heilige Nacht“ des noch immer beliebten Antisemiten Ludwig Thoma überall rezitiert.

Ein jüngster Versuch, eine nach Ludwig Thoma benannte Schule in Bayern umzubenennen, ist gescheitert. Der von einer AfD-Fraktion eingebrachte Antrag wurde vom Schulausschuss des Kreistags abgelehnt. Trotz seiner antisemitischen Schriften bleibt Thoma in der Region eine gefeierte Persönlichkeit.

Die Debatte über sein Erbe hält an: Einige fordern, Straßen und Schulen, die seinen Namen tragen, umzubenennen. Doch solche Initiativen scheitern meist – selbst wenn Fachleute sie unterstützen.

Ludwig Thoma, ein bekannter bayerischer Schriftsteller, wird im Freistaat nach wie vor verehrt. Straßen, Schulen und öffentliche Plätze tragen seinen Namen, obwohl seine Werke antisemitische Züge tragen. Eines seiner umstrittensten Stücke, das Gedicht „Heilige Nacht“, wird jedes Jahr zu Weihnachten in Bayern vorgetragen. Der Text verspotten die Reise von Maria und Josef nach Bethlehem mit derber Mundart und sinnentleertem Kauderwelsch.

In München gab es bereits Diskussionen, die Ludwig-Thoma-Straße wegen seiner antisemitischen Haltung umzubenennen. Doch Oberbürgermeister Dieter Reiter lehnte dies kategorisch ab und erklärte: „Solange ich Oberbürgermeister bin, wird das nicht passieren.“ Seine Haltung spiegelt den allgemeinen Widerstand gegen Umbenennungen wider – solche Vorhaben bleiben selten und meist erfolglos.

Unterdessen zieht Thomas „Heilige Nacht“ weiterhin großes Publikum an. Der Schauspieler Enrico de Paruta führt das Stück seit über 25 Jahren auf und füllt damit Theater in München, Ingolstadt und Regensburg. Die anhaltende Beliebtheit des Gedichts steht in krassem Gegensatz zu der Kritik an seinem Inhalt.

Der jüngste Vorstoß, eine mit Thoma verbundene Schule – konkret die Ludwig-Thoma-Wiese – umzubenennen, ging von einer AfD-Fraktion aus. Doch der Schulausschuss des Kreistags lehnte den Antrag ab und beließ es beim Status quo. Diese Entscheidung reiht sich ein in eine Serie gescheiterter Versuche, Thomas Ehrungen neu zu bewerten – trotz klarer Belege für seine antisemitische Gesinnung.

Mit der Ablehnung des AfD-Antrags bleibt der Name der Schule unverändert. Thomas Erbe, so umstritten es ist, bleibt fest in der bayerischen Kultur verankert. Vorerst werden Straßen und Schulen, die ihn ehren, ihren Namen behalten – während die Diskussion über seinen Platz in der Geschichte weitergeht.