19 December 2025, 14:23

Explosion einer 180-Meter-Schornstein in Voerde

Eine Stadtansicht mit Gebäuden, Bäumen und einer Brücke im Vordergrund, Rauch aus einem Schornstein, unter einem Himmel mit Wasser am Boden.

Explosion einer 180-Meter-Schornstein in Voerde - Explosion einer 180-Meter-Schornstein in Voerde

180 Meter hoher Schornstein des Kraftwerks Voerde gesprengt

180 Meter hoher Schornstein des Kraftwerks Voerde gesprengt

180 Meter hoher Schornstein des Kraftwerks Voerde gesprengt

Am Dienstag wurde ein 180 Meter hoher Schornstein des ehemaligen RWE-Kraftwerks Voerde durch eine kontrollierte Sprengung abgerissen. Die Anlage gehörte einst zu einem großen Steinkohlekraftwerk, das 2017 stillgelegt wurde. Der Abriss markiert einen Schritt hin zur Neunutzung des Geländes für ein neues, wasserstofffähiges Kraftwerk.

Jahrzehntelang prägte der Schornstein als Wahrzeichen die Skyline am Niederrhein. In seiner Blütezeit erzeugte das Kraftwerk Voerde über 2.000 Megawatt Strom. Seine Kühltürme und Schornsteine, ursprünglich mehr als 200 Meter hoch, waren weithin sichtbar.

Die Sprengung wurde sorgfältig geplant und live per Videoübertragung übertragen. RWE bestätigte, dass die Detonation wie vorgesehen verlief und damit Platz für künftige Bauvorhaben schafft.

RWE plant nun den Bau eines wasserstofffähigen GuD-Kraftwerks (Gas-und-Dampf-Kombikraftwerk) auf dem Gelände. Mit einer Leistung von etwa 850 Megawatt könnte die neue Anlage bei Genehmigung ab 2030 in Betrieb gehen. Noch ausstehend sind die endgültigen Genehmigungen sowie staatliche Fördermittel, die über ein Ausschreibungsverfahren vergeben werden.

Falls das Projekt realisiert wird, entstehen in der Region neue Arbeitsplätze. Das Unternehmen strebt eine Modernisierung des Standorts an und unterstützt damit Deutschlands Übergang zu saubereren Energiequellen.

Mit dem Abriss verschwindet ein langjähriges Industriesymbol aus dem Landschaftsbild des Niederrheins. Sollte das neue Kraftwerk genehmigt werden, würde es die alte Kohleanlage durch eine flexiblere, wasserstofftaugliche Energiequelle ersetzen. Der Betrieb könnte bis Ende des Jahrzehnts aufgenommen werden – abhängig von regulatorischen Entscheidungen und der Förderung.