Ford in Köln: 3.700 Jobs in Gefahr – droht das Aus für das Elektroauto-Werk?
Egbert PeukertFord in Köln: 3.700 Jobs in Gefahr – droht das Aus für das Elektroauto-Werk?
Fords Elektroauto-Werk in Köln steht vor massiven Stellenstreichungen – bis 2027 könnten rund 3.700 Arbeitsplätze wegfallen. Das Werk, das inzwischen vollständig auf die Produktion von Elektrofahrzeugen umgestellt hat, kämpft mit schwachen Absatzzahlen der Modelle Explorer und Capri. Gleichzeitig wirft die übergeordnete Europa-Strategie des Konzerns bei Gewerkschaften und Branchenexperten Fragen zur Zukunft des Standorts auf.
Ursprünglich sollte das Kölner Werk jährlich 250.000 Elektroautos produzieren. Doch 2024 lief die Fertigung nur mit 26 Prozent Auslastung – weit unter der für die Profitabilität notwendigen Kapazität. Im November 2024 rollte der letzte Ford Focus vom Band im saarländischen Saarlouis, ohne dass ein direkter Nachfolger in Sicht ist.
Zudem hat Ford die Pläne für eine zweite Generation US-amerikanischer Elektrofahrzeuge verworfen und dabei 19,5 Milliarden Dollar abgeschrieben. Konzernchef Jim Farley passte die Unternehmensstrategie im Dezember 2024 an – auch als Reaktion auf die Politik von US-Präsident Donald Trump, der Emissionsvorschriften und Steuervergünstigungen für E-Autos änderte. In Europa stieg Ford spät in den Elektromarkt ein und schätzte die Nachfrage falsch ein: Statt bezahlbarer Modelle bot der Konzern teure Elektrofahrzeuge an, während Kunden günstigere Alternativen suchten. Mittlerweile gibt Ford zu, dass die Pkw-Sparte Gefahr läuft, langsam zu schrumpfen. Als Gegenmaßnahme plant das Unternehmen, bis 2028 in Kooperation mit Renault neue, preiswerte Personenwagen auf den Markt zu bringen. Kritiker stehen dem Deal mit Renault jedoch skeptisch gegenüber. Gewerkschaften und Analysten fürchten, dass sich die Geschichte von Opel wiederholen könnte, das zunächst von Peugeot übernommen und später in den Stellantis-Konzern integriert wurde.
Ford selbst entwickelt in Deutschland keine eigenen E-Auto-Plattformen, sondern setzt auf das MEB-System von Volkswagen und die Ampere-Technologie von Renault. Die Produktion ist zwischen Köln und Nordfrankreich aufgeteilt.
Der Marktanteil von Ford bei Pkw in Europa ist auf knapp über drei Prozent geschrumpft. Die geringe Auslastung des Kölner Werks und die Abhängigkeit von externen Plattformen werfen Zweifel an dessen langfristiger Stabilität auf. Die nächsten Schritte des Konzerns – insbesondere die Partnerschaft mit Renault – werden entscheiden, ob es Ford gelingt, den Niedergang in Europa zu stoppen.