Gelockerte Wolfsjagd spaltet Naturschützer und Schäfer in NRW
Lockere Wolfsjagd: Was Umweltschützer und Schafzüchter sagen
Teaser: Bundesregierung lockert Wolfsjagd: Neue Regeln wegen Gloria und Co. – wie NRW-Schäfer und Naturschützer reagieren.
Artikel: Deutschland hat die Vorschriften zur Bejagung von Wölfen gelockert, nachdem es wiederholt Angriffe auf Nutztiere gegeben hat. Der Schritt folgt dem Druck von Landwirten und Jägern, insbesondere nach einem Vorfall in Nordrhein-Westfalen, bei dem eine Wölfin namens Gloria Schafe gerissen hat. Umweltschutzverbände warnen jedoch, dass vermehrte Jagd die Wolfspopulationen gefährden und Konflikte mit Tierhaltern verschärfen könnte.
Das Bundeskabinett hat Wölfe kürzlich dem Jagdrecht unterstellt, was die Tötung von Tieren erleichtert, die Nutztiere bedrohen. Diese Entscheidung fiel, nachdem Gloria, eine Wölfin in Nordrhein-Westfalen, ein Schaf angegriffen und dessen Bauch aufgerissen hatte – ohne es am Hals zu beißen, ein Verhalten, das bei Wölfen ungewöhnlich ist. Schäfer Erich Specht aus Hünxe verlor durch Gloria zwei Schafe, darunter ein trächtiges Muttertier, obwohl er Schutzzaun eingesetzt hatte.
Aktuell gibt es in Deutschland 209 Wolfsrudel, sechs davon in Nordrhein-Westfalen. Im vergangenen Jahr töteten Wölfe bundesweit über 4.300 Nutztiere. Der Deutsche Jagdverband (DJV) begrüßt die neuen Regeln und fordert Jagdzeiten sowie gezielte Bejagung junger Wölfe, um das Populationswachstum zu steuern. Zudem setzt er sich für die ganzjährige Entnahme von Problemwölfen ein, die wiederholt Nutztiere reißen.
Naturschützer, darunter der NABU, argumentieren, dass die Bejagung Wolfsrudel destabilisieren und zu mehr Angriffen auf Nutztiere führen könnte. Sie warnen zudem, dass kleine Populationen durch verstärkte Jagd aussterben könnten. Stattdessen fordert der NABU bessere Schutzmaßnahmen wie stabilere Zäune und Herdenschutzhunde. Trotz der gelockerten Abschussregeln bleibt die finanzielle Förderung für solche Schutzvorkehrungen bestehen.
Die Entscheidung der Regierung ermöglicht eine flexiblere Bewirtschaftung der Wolfsbestände, insbesondere bei Tieren, die Nutztierverluste verursachen. Während Landwirte und Jäger dies als notwendigen Schritt sehen, betonen Naturschützer die Notwendigkeit ausgewogener Lösungen. Die finanzielle Unterstützung für Schutzmaßnahmen bleibt erhalten, sodass Tierhalter ihre Herden auch ohne alleinigen Rückgriff auf Abschüsse schützen können.