Heizkosten explodieren: Mieter zahlen bis zu 2.500 Euro pro Jahr durch neue Wärmepumpen
Klaus-Michael JopichHeizkosten explodieren: Mieter zahlen bis zu 2.500 Euro pro Jahr durch neue Wärmepumpen
Mieter in Deutschland sehen sich mit drastischen Heizkostensteigerungen konfrontiert, da Vermieter von Gas-Etagenheizungen auf dezentrale Wärmepumpen umsteigen. Ines Rodriguez, eine Bewohnerin einer Münsteraner Wohnanlage, wird künftig jährlich 2.486 Euro für Heizkosten zahlen müssen – 806 Euro mehr als bisher.
Hinter dem Kostensprung steckt ein Contracting-Modell, das von Wohnungsbaugesellschaften wie der LEG genutzt wird. Dieses sieht eine hohe monatliche Grundgebühr von 140 Euro vor, die selbst dann anfällt, wenn noch nicht geheizt wurde. Die neuen Heizkosten der LEG liegen nun bei 1,80 Euro pro Quadratmeter – weit über der 0,50-Euro-Grenze, die das Gebäudeenergiegesetz (GEG) vorsieht.
Nach dem GEG dürfen Vermieter Modernisierungskosten von bis zu 0,50 Euro pro Quadratmeter normalerweise auf die Mieter umlegen. Bei Contracting-Verträgen greift diese Obergrenze jedoch nicht. Zudem können Vermieter eigene Gemeinschaftsunternehmen gründen, um Installation, Betrieb und Wartung der Wärmepumpen ohne Ausschreibung zu organisieren – was den Mieterschutz weiter einschränkt.
Der Deutsche Mieterbund fordert angesichts der Entwicklung dringend gesetzliche Nachbesserungen, um die explodierenden Heizkosten während des Gasausstiegs zu begrenzen. Der Bundesverband Wärmepumpe hingegen argumentiert, dass Contracting ein gangbarer Weg sein könne – vorausgesetzt, die einzelnen Kostenbestandteile bleiben angemessen und transparent.
In vielen Mietwohnungen Deutschlands sollen in naher Zukunft dezentrale Wärmepumpen eingebaut werden. Ohne Änderungen der aktuellen Regelungen müssen Mieter jedoch mit deutlichen Belastungen bei den Heizkosten rechnen. Die Situation zeigt, wie dringend klare Vorgaben zur Kostenverteilung in Contracting-Verträgen benötigt werden.
