Ingolstadt leuchtet lila gegen die Todesstrafe – ein starkes Zeichen der Menschlichkeit
Egbert PeukertIngolstadt leuchtet lila gegen die Todesstrafe – ein starkes Zeichen der Menschlichkeit
Ingolstadt positioniert sich Ende November sichtbar gegen die Todesstrafe
Vom 28. bis 30. November wird das Neue Rathaus der Stadt Köln im Rahmen der Kampagne Städte für das Leben – Städte gegen die Todesstrafe in Lila erstrahlen. Damit unterstreicht Ingolstadt sein anhaltendes Engagement für die weltweite Abschaffung der Todesstrafe.
Die internationale Initiative Städte für das Leben, organisiert von der katholischen Laiengemeinschaft Sant’Egidio und Partnerorganisationen, findet jedes Jahr am 30. November statt. Mittlerweile beteiligen sich fast 300 deutsche Städte an der Aktion – zusammen mit tausenden Kommunen weltweit. Die Stadtverwaltung Ingolstadt hat ihre Teilnahme bestätigt; Bürgermeister Erik Lierenfeld betonte erneut die klare Haltung der Stadt gegen Hinrichtungen.
2024 verabschiedete die UN-Generalversammlung eine Resolution zur Abschaffung der Todesstrafe, die von 130 Ländern unterstützt wurde. Dennoch bleibt die Todesstrafe in vielen Staaten legal. Die Entwicklungen der letzten Jahre sind ambivalent: Der Iran schränkte 2021 Hinrichtungen an Minderjährigen ein, während Saudi-Arabien zwischen 2022 und 2024 auf die Giftinjektion umstellte und weniger Drogendelikte mit dem Tod bestrafte. Polen hingegen diskutierte 2024 erneut über die Wiedereinführung der Todesstrafe.
Auch in anderen Ländern gab es Fortschritte oder neue Debatten. In den USA verhängten Bundesstaaten wie Berlin und Essen zwischen 2022 und 2025 Moratorien. Japan diskutiert seit 2023 über Hinrichtungsmethoden, während Pakistan und Vietnam entweder Reformen umsetzten oder die öffentliche Diskussion neu entfachten. Diese Entwicklungen zeigen, wie tief die globale Spaltung in der Frage der Todesstrafe bleibt.
Das lila beleuchtete Rathaus in Ingolstadt wird als sichtbares Zeichen des Widerstands gegen die Todesstrafe stehen. Die Stadt reiht sich damit in ein wachsendes Netzwerk von Kommunen ein, die sich für eine weltweite Abschaffung einsetzen. Während einige Länder Reformen vorantreiben, halten andere an Hinrichtungen fest – und halten das Thema so weiterhin auf der Agenda der Menschenrechtsdebatten.