31 January 2026, 00:48

Justizministerin Hubig blockiert Palantir-Software für Bundesbehörden – Länder nutzen sie längst

Ein altes deutsches Aktienzertifikat mit schwarzem Rand und der Aufschrift "Aktie über Einhundert Reichmark"

Justizministerin Hubig blockiert Palantir-Software für Bundesbehörden – Länder nutzen sie längst

Bundesjustizministerin Stefanie Hubig hat sich entschieden gegen Pläne ausgesprochen, die Software des umstrittenen US-Unternehmens Palantir bei Bundesbehörden einzuführen. Ihre Ablehnung kommt zu einer Zeit, in der einige Bundesländer das umkämpfte Datenanalyse-Tool bereits in der Polizeiarbeit nutzen. Hubig äußerte erhebliche Bedenken hinsichtlich des Umgangs mit sensiblen Informationen.

In einer aktuellen Stellungnahme machte Hubig ihre Haltung deutlich und erklärte, sie sehe keine Grundlage dafür, dass Bundesbehörden die Palantir-Software übernehmen. Sie warnte vor den potenziellen Risiken einer automatisierten Datenauswertung, insbesondere beim Umgang mit hochsensiblen Daten. Ihre Äußerungen spiegeln eine grundsätzliche Skepsis wider, die in Teilen der Regierung gegenüber dem Einsatz solcher Systeme besteht.

Mehrere Bundesländer haben die Technologie von Palantir jedoch bereits in ihre Polizeistrukturen integriert. Bayern, Hessen und Nordrhein-Westfalen setzen die Software bereits ein, während Baden-Württemberg die Freigabe für den Einsatz ab Anfang 2026 erhalten hat. Andere Länder haben sich dagegen entschieden, das Tool zu übernehmen.

Das Bundesinnenministerium hatte geprüft, ob Palantir für die Bundespolizei genutzt werden könnte. Durch Hubigs Einschreiten ist nun jedoch fraglich, ob die Software eine bundesweite Zulassung erhalten wird.

Hubigs Position unterstreicht die unterschiedlichen Herangehensweisen von Bund und Ländern bei der Nutzung von Datenanalyse-Tools. Während einige Regionen weiterhin auf Palantir setzen, signalisiert ihre Ablehnung eine Zurückhaltung auf nationaler Ebene. Die Debatte über den Einsatz der Software in Sicherheitsbehörden dürfte damit weitergehen.