Kölner Archiv-Einsturz 2009: Warum die Baustelle bis heute unvollendet bleibt
Hans-Gerd JunkKölner Archiv-Einsturz 2009: Warum die Baustelle bis heute unvollendet bleibt
Eine schwere Katastrophe erschütterte Köln im Jahr 2009, als während des U-Bahn-Baus ein siebenstöckiges Archivgebäude einstürzte. Bei dem Unglück kamen zwei junge Männer ums Leben, und 1,7 Millionen historische Dokumente wurden unter den Trümmern begraben. Mehr als ein Jahrzehnt später ist die Baustelle immer noch nicht fertiggestellt – und die juristischen Verfahren wurden inzwischen eingestellt.
Der Einsturz ereignete sich am 3. März 2009 im Severinsviertel, wo die Kölner Verkehrsbetriebe (KVB) die Arbeiten für die Nord-Süd-Stadtbahnleitung leiteten. Spätere Ermittlungen deckten auf, dass kritische Stahlträger vor der Katastrophe gestohlen und an einen Schrotthändler verkauft worden waren. Das Gebäude stürzte in nur acht Minuten ein – genau die Zeitersparnis, die die neue U-Bahn-Strecke den Fahrgästen eigentlich bringen sollte.
Rettungskräfte verbrachten Monate damit, die zerfetzten Dokumente zu bergen und sie an 20 Notarchive zu verteilen. Die Restaurierungsarbeiten dauern bis heute an, doch Experten schätzen, dass sie erst 2050 abgeschlossen sein werden. Ein Drittel des geborgenen Materials könnte niemals vollständig wiederhergestellt werden.
Die gerichtlichen Verfahren zogen sich jahrelang hin, wurden aber 2024 endgültig eingestellt. Die Gerichte begründeten dies mit Verfahrensfehlern und der Tatsache, dass die Verantwortlichen nur mittelbar beteiligt gewesen seien. Unterdessen bleibt die Baustelle eine offene Wunde – bis 2023 war lediglich eine Teilverfüllung erfolgt.
Der Einsturz hinterließ eine tiefe Narbe in der Kölner Geschichte. Zwei Menschen verloren ihr Leben, Millionen Dokumente wurden beschädigt, und die Stelle ist bis heute eine unvollendete Ruine. Während die Restaurierung weitergeht und die juristischen Fälle abgeschlossen sind, steht die Stadt nun vor der langfristigen Aufgabe, das Verbliebene zu bewahren.






