Maurizio Cattelan gewinnt den Preis der Nationalgalerie 2026 und zeigt provokante Kunst in Berlin
Klaus-Michael JopichMaurizio Cattelan gewinnt den Preis der Nationalgalerie 2026 und zeigt provokante Kunst in Berlin
Der italienische Künstler Maurizio Cattelan hat den Preis der Nationalgalerie Berlin 2026 gewonnen. Bekannt für seine mutigen und oft provokanten Werke, wird er im September 2026 während der Berlin Art Week eine Einzelausstellung in der Neuen Nationalgalerie erhalten. Der einst auf Künstler unter 40 ausgerichtete Preis würdigt mittlerweile internationale Persönlichkeiten, die die Berliner Kunstszene geprägt haben.
Erstmals auf sich aufmerksam machte Cattelan 2006, als er die Berlin Biennale mitkuratierte. Seine polarisierenden Arbeiten wie die Skulptur Daddy, Daddy setzten den Ton für seine spätere Karriere. Im Laufe der Jahre wurden seine Werke immer gewagter – eine Mischung aus Satire und scharfer Kritik an Konsum, Religion und Macht.
Seine Retrospektive All 2011 im Guggenheim Museum und die Ausstellung Breathless (2021–2024) in der Pirelli HangarBicocca festigten seinen Ruf. Werke wie Comedian – eine mit Klebeband an der Wand befestigte Banane, die für 120.000 Dollar verkauft wurde – oder America, ein voll funktionsfähiges vergoldetes Klosett, wurden zu Ikonen der Gegenwartskunst. Ebenjenes Klosett soll nun versteigert werden.
Frühere Preisträger des Preis der Nationalgalerie waren unter anderem Elmgreen & Dragset (2002), Monica Bonvicini (2005), Cyprien Gaillard (2011) und Anne Imhof (2015). 2024 verzichtete die Jury auf ein Wettbewerbsformat und ehrte stattdessen mehrere Künstler gleichzeitig. In diesem Jahr begründete sie die Wahl Cattelans mit seiner tiefen Verbindung zu Berlin und seinem weltweiten Einfluss.
Der Preis umfasst eine Einzelausstellung in der Neuen Nationalgalerie, wo Cattelans Werke während der Berlin Art Week zu sehen sein werden. Seine Schau reiht sich ein in die Liste früherer Preisträger, die die zeitgenössische Kunst nachhaltig geprägt haben. Die Weiterentwicklung des Preises spiegelt den wachsenden Fokus auf Künstler wider, die sowohl lokal verwurzelt als auch international einflussreich sind.