07 February 2026, 20:39

Merz stärkt deutsch-indische Partnerschaft in Handel und Technologie

Ein Plakat von Ab Nordiska aus Stockholm von 1913-1914, das vier Frauen in einer Reihe zeigt, von denen jede ein Kleid und einen Hut in einer anderen Farbe trägt, mit beschreibendem Text.

Merz stärkt deutsch-indische Partnerschaft in Handel und Technologie

Bundeskanzler Friedrich Merz reist diese Woche nach Indien, um Handels-, Verteidigungs- und Technologiebeziehungen zu stärken. Die Visite erfolgt zu einem Zeitpunkt, in dem Unternehmen beider Länder nach Wegen suchen, ihre Zusammenarbeit zu vertiefen. Ein Vorreiter in dieser Hinsicht ist Techno Design, ein in Düsseldorf ansässiges Modeunternehmen mit indischen Wurzeln, das digitale Kleidung für internationale Marken entwickelt.

Der Geschäftsführer des Unternehmens, Rajive Ranjan, ist überzeugt, dass ein künftiges Freihandelsabkommen zwischen Indien und Europa die Kosten senken und den Zugang zu Fachkräften erleichtern könnte. Seine Zuversicht spiegelt einen breiteren Trend wider: Deutsche Wirtschaftsverbände verzeichnen ein wachsendes Interesse an Indien als wichtigem Wirtschaftspartner.

Techno Design wurde von indischen Unternehmern gegründet, hat seinen Hauptsitz jedoch in Düsseldorf. Das Unternehmen spezialisiert sich auf 3D-Visualisierung für digitale Mode und beliefert große deutsche und US-amerikanische Marken mit Designs. Die Produktion erstreckt sich über Indien, China und Bangladesch – eine flexible Lieferkette, die dem Unternehmen Spielraum verschafft.

Ranjan betont die möglichen Vorteile eines EU-Indien-Handelsabkommens: Geringere Zölle und ein erleichterter Austausch von Fachkräften könnten das Wachstum fördern, insbesondere für Unternehmen wie seines. Gleichzeitig räumt er ein, dass europäische Vorschriften nach wie vor Hürden darstellen – vor allem für kleinere Betriebe, die expandieren wollen.

Die deutsche Regierung sieht in Indien einen entscheidenden Partner angesichts sich wandelnder globaler Machtverhältnisse. Berlins Bestrebungen, die Beziehungen zu vertiefen, decken sich mit den Zielen Neu-Delhis: deutsche Investitionen und Technologie zu gewinnen, um die Abhängigkeit von China und Russland zu verringern. Lokale Wirtschaftsverbände wie das Indien-Kompetenzzentrum bestätigen, dass deutsche Unternehmen zunehmend nach Indien blicken, um ihre Geschäfte breiter aufzustellen.

Auch Techno Design plant, seinen indischen Mitarbeiterstab auszubauen und stärker in KI-gestützte Modetools zu investieren – eine Reaktion auf die steigende Nachfrage nach digitalen Designlösungen in der Branche.

Merz' Besuch unterstreicht die strategische Bedeutung der deutsch-indischen Beziehungen. Während Unternehmen wie Techno Design bereits ihre Aktivitäten ausweiten, streben beide Regierungen eine engere wirtschaftliche und technologische Zusammenarbeit an.

Ein künftiges Handelsabkommen könnte weitere Barrieren abbauen, doch bleiben regulatorische Hindernisse insbesondere für kleinere Unternehmen bestehen. Die Ergebnisse der aktuellen Gespräche könnten das langfristige Wirtschaftswachstum zwischen beiden Nationen prägen.