RWE setzt auf Erneuerbare – doch Netzengpässe drohen Investitionen ins Ausland zu treiben
Klaus-Michael JopichRWE-Chef Krebber: Netzausbau wird zum Problem - RWE setzt auf Erneuerbare – doch Netzengpässe drohen Investitionen ins Ausland zu treiben
RWE erweitert seine Erneuerbare-Energien-Projekte in Deutschland weiter – trotz wachsender Bedenken wegen Netzkapazitäten. Seit 2020 hat das Unternehmen drei neue Wind- und Solarparks in Betrieb genommen, zwölf weitere sind in der Entwicklung. Doch Vorstandsvorsitzender Markus Krebber warnt: Verzögerungen beim Netzausbau könnten künftige Investitionen ins Ausland drängen.
In den vergangenen Jahren hat RWE seine Position im deutschen Ökostromsektor gestärkt. Seit 2020 sind drei Wind- und Solarprojekte ans Netz gegangen, zwölf weitere befinden sich in der Planung. Doch wie Krebber betont, steht die Energiewende vor einem zentralen Problem: die begrenzte Netzkapazität.
Neue Rechenzentren und Kraftwerke kämpfen mit langen Wartezeiten für Netzanschlüsse. Krebber unterstrich, dass ein schnellerer und kostengünstigerer Netzausbau entscheidend für die Energiezukunft Deutschlands sei. Andernfalls, so seine Andeutung, könnte RWE Investitionen in Regionen mit besserer Infrastruktur verlagern.
Trotz dieser Herausforderungen zeigt sich Krebber zuversichtlich, was die Position von RWE angeht. Selbst eine deutliche Verlangsamung des Erneuerbaren-Ausbaus in Deutschland hätte seiner Aussage nach "keinerlei Auswirkungen" auf das Unternehmen. Diese Haltung spiegelt die globale Strategie des Konzerns wider, die es ermöglicht, den Fokus zu verlagern, falls sich die lokalen Bedingungen verschlechtern.
Die aktuellen Projekte von RWE in Deutschland unterstreichen zwar das Engagement für Erneuerbare Energien, doch die Netzengpässe bleiben ein Risikofaktor. Dass das Unternehmen bereit ist, Investitionen notfalls woanders zu tätigen, verdeutlicht die Dringlichkeit, die Infrastruktur zu verbessern. Vorerst warten zwölf geplante Vorhaben in der Pipeline – auf bessere Anschlussbedingungen.