18 December 2025, 16:55

Salzgitter übernimmt HKM – doch der Preis ist ein Streitfall mit Thyssenkrupp

Ein Fabrikinnenraum mit Trägern, einer Treppe, einem Geländer, Containern, Lampen, Rohren und Wänden.

Salzgitter bestätigt Übernahmepläne für Stahlproduzent HKM - Salzgitter übernimmt HKM – doch der Preis ist ein Streitfall mit Thyssenkrupp

Salzgitter bestätigt Übernahmepläne für Stahlhersteller HKM

Salzgitter bestätigt Übernahmepläne für Stahlhersteller HKM

Salzgitter bestätigt Übernahmepläne für Stahlhersteller HKM

  1. Dezember 2025, 14:03 Uhr

Der Stahlkonzern Salzgitter hat Pläne bekannt gegeben, die volle Kontrolle über den Duisburger Stahlproduzenten Hüttenwerke Krupp Mannesmann (HKM) zu übernehmen – allerdings nur unter bestimmten Voraussetzungen. Der Schritt erfolgt, während Thyssenkrupp seinen 50-Prozent-Anteil am Unternehmen abgibt und Salzgitter sowie der französische Rohrhersteller Vallourec als verbleibende Miteigentümer zurückbleiben. Ein Streit über die Umstrukturierungskosten wird nun in einem Schiedsverfahren geklärt, um die Beitragspflicht der beteiligten Parteien festzulegen.

HKM betreibt derzeit zwei Hochöfen mit einer gemeinsamen Jahreskapazität von rund 4,2 Millionen Tonnen Stahl. Im Rahmen der geplanten Übernahme durch Salzgitter sollen diese durch einen einzigen Lichtbogenofen ersetzt werden, wodurch die Kapazität auf zwei bis 2,5 Millionen Tonnen sinkt. Mit dem Umbau wäre auch ein Personalabbau von 3.000 auf etwa 1.000 Beschäftigte verbunden, wie Salzgitter-Chef Gunnar Groebler betont – betriebsbedingte Kündigungen solle es jedoch nicht geben.

Für den neuen Ofen beantragt Salzgitter 200 Millionen Euro an öffentlichen Fördermitteln sowie eine Bürgschaft des Landes Nordrhein-Westfalen. Das Unternehmen besteht darauf, dass Thyssenkrupp und Vallourec – die derzeit 50 bzw. 20 Prozent der Anteile halten – sich an den Umstrukturierungskosten beteiligen. Thyssenkrupp-Chef Miguel López zeigte sich gesprächsbereit und erklärte, man sei offen für konstruktive Lösungen und bereit, die finanziellen Verpflichtungen zu erfüllen.

Da das Schiedsverfahren nun läuft, wird dessen Ausgang entscheiden, in welchem Umfang Thyssenkrupp an den Transitionskosten beteiligt wird. Auch Vallourec als Minderheitsgesellschafter wurde als kostentragungspflichtige Partei benannt.

Die geplante Übernahme würde die Geschäftsaktivitäten von HKM grundlegend verändern: Sowohl die Produktionskapazität als auch die Belegschaft würden deutlich reduziert. Salzgitters Vorhaben hängt jedoch von der Sicherung öffentlicher Mittel und der Klärung der Kostenverteilung mit den Partnern ab. Bei Erfolg würde das Unternehmen auf ein schlankeres, elektrisch betriebenes Stahlproduktionsmodell umsteigen.