06 May 2026, 14:44

"Scientology-Speedrun": Warum Jugendliche Sekten-Gebäude wie Videospiele stürmen

Aufsteigen im Sektenhaus

"Scientology-Speedrun": Warum Jugendliche Sekten-Gebäude wie Videospiele stürmen

TikTok-Trend „Scientology-Speedrun“ erreicht Deutschland – Jugendliche dringen in Kirchen der Sekte ein

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Ein TikTok-Trend mit dem Namen Scientology-Speedrun hat Deutschland erreicht: Junge Menschen brechen in Scientology-Zentren ein und behandeln die Gebäude wie Level in einem Videospiel – ihr Ziel ist es, so weit wie möglich vorzudringen, bevor sie von der Sicherheit gestoppt werden. Der Trend begann in einem Berliner Zentrum und hat seitdem in ganz Deutschland Nachahmer gefunden.

Ausgangspunkt war das Scientology-Zentrum in der Otto-Suhr-Allee in Charlottenburg. Eine Berliner Bloggerin organisierte dort einen der ersten „Speedruns“, filmte den Versuch und veröffentlichte ihn auf Social Media. Später wurde sie von der Polizei vernommen, ihre Personalien wurden aufgenommen, und ihr wurden mögliche rechtliche Konsequenzen angedroht.

Bei der Challenge betrachten die Eindringlinge die Stockwerke der Gebäude wie Spielstufen und die Sicherheitskräfte als Hindernisse, die es zu überwinden gilt. In den Kommentaren unter dem Post der Bloggerin wurde bereits diskutiert, als nächstes den Bundestag ins Visier zu nehmen. Während einige Teilnehmer die Aktion als Form des Aktivismus sehen – mit Verweis auf die langjährige Kritik an Scientology –, betrachten die meisten sie schlicht als Scherz oder als Möglichkeit, online Aufmerksamkeit zu regen.

Scientology hat auf den Trend reagiert und die Sicherheit an einigen Standorten in den USA verstärkt. In Deutschland bleibt die Gruppe mit rund 3.600 Mitgliedern (Stand 2024) vergleichsweise klein. Ihr zentrales Anliegen besteht darin, ihre Lehren zu verbreiten und sogenannte „Clears“ zu schaffen – Menschen, die durch ihre Methoden angeblich zur Vollkommenheit gelangen sollen.

Nach deutschem Recht gelten solche Eindringversuche als Hausfriedensbruch. Bei einer Verurteilung drohen Geldstrafen oder sogar Haftstrafen von bis zu einem Jahr.

Der Trend hat die Scientology-Zentren in Alarmbereitschaft versetzt und die Aufmerksamkeit der Polizei auf die Teilnehmer gelenkt. Die Behörden dokumentieren inzwischen Fälle, und einige Organisatoren müssen mit juristischen Konsequenzen rechnen. Die Mischung aus Humor, Aktivismus und Provokation, die den Trend ausmacht, verbreitet sich weiter im Netz.

Quelle