Solingens Kirchen kämpfen ums Überleben – wer muss 2027 schließen?
Hans-Gerd JunkSolingens Kirchen kämpfen ums Überleben – wer muss 2027 schließen?
Hitze Debatte in Solingen: Zukunft der evangelischen Kirchengebäude auf dem Prüfstand
Am 11. Februar fand in Solingen eine emotional geführte Bürgerversammlung statt, um über die Zukunft der evangelischen Kirchengebäude der Stadt zu diskutieren. Rund 350 Menschen, darunter Vertreter aller zehn Gemeinden, versammelten sich im Bürgerhaus – angesichts sinkender Mitgliederzahlen und steigender Kosten wächst die Sorge vor möglichen Schließungen.
Die Evangelische Kirche in Solingen verwaltet derzeit 13 aktive Kirchengebäude sowie neun Gemeindezentren und Pfarrhäuser. Doch finanzielle Engpässe und ein schrumpfendes Personal machen es der Institution unmöglich, alle Immobilien langfristig zu erhalten.
Die Kirche hat sich das Ziel gesetzt, bis 2035 klimaneutral zu werden. Im Rahmen dieses Plans soll bis dahin die Hälfte der Gebäude verkauft werden. Zwar stehen noch keine konkreten Schließungen bevor, doch in der Lutherkirche werden nach 2030 keine regelmäßigen Gottesdienste mehr stattfinden. Eine endgültige Entscheidung über ihr Schicksal – und das anderer Standorte – fällt jedoch erst 2027.
Die Stimmung während der Versammlung war aufgeheizt, da viele Teilnehmer für den Erhalt ihrer örtlichen Kirchen kämpften. Besonders bedroht sind die kleinsten Gemeinden – Widdert, Rupelrath, Merscheid und Ketzberg. Größere Gemeinden wie Ohligs, Wald, Mitte und Dorp sind dagegen vorerst nicht akut gefährdet.
Bis Ende 2027 wird die Kirche ihre endgültigen Beschlüsse über Gebäudeschließungen fassen. Bis dahin bleiben alle 13 Kirchenstandorte in Betrieb, doch finanzielle und ökologische Ziele werden die Entscheidung maßgeblich prägen. Die Veranstaltung zeigte, wie tief die Sorgen der Gemeindemitglieder um die Zukunft ihrer Gotteshäuser sind.






