Tagebau Garzweiler hinterlässt bleibende Schäden – Anwohner fürchten Überschwemmungen nach dem Ende
Martina SieringTagebau Garzweiler hinterlässt bleibende Schäden – Anwohner fürchten Überschwemmungen nach dem Ende
Anwohner in der Nähe des Tagebaus Garzweiler sehen sich weiterhin mit Schäden an ihren Immobilien konfrontiert, da der Grundwasserspiegel dramatisch niedrig bleibt. Der von RWE betriebene Tagebau hat in Orten wie Bedburg zu Bodensenkungen geführt und lässt die Bewohner fürchten, dass nach Ende des Abbaus Überschwemmungsgefahren drohen.
Durch den Tagebau Garzweiler wurde der Grundwasserspiegel weit unter sein natürliches Niveau abgesenkt. In der Folge leiden Häuser in der Umgebung unter Setzrissen und strukturellen Schäden. Richard Berrendorf, ein Einwohner aus Bedburg, hat bereits erlebt, wie sein Grundstück durch die Bodenveränderungen in Mitleidenschaft gezogen wurde.
Lokale Behörden fordern nun klarere Regelungen im überarbeiteten Braunkohleplan. Bedburgs Bürgermeister Sascha Solbach verlangt Garantien, wie der Grundwasserspiegel nach dem Ende des Abbaus gesteuert werden soll, um Überschwemmungen zu verhindern. Der Erftverband, der zuständige Wasserverband, schätzt, dass sich die Wasserstände erst gegen das Jahr 2100 – Jahrzehnte nach Ende der Förderung – vollständig erholen werden. Die umliegenden Kommunen schlagen vor, eine landeseigene Stiftung einzurichten, um die langfristigen Kosten durch bergbaubedingte Schäden zu tragen. RWE erklärte sich bereit, über laufende finanzielle Verpflichtungen zu verhandeln, allerdings erst, sobald die politische Führung formelle Gespräche aufnimmt.
Erwartet wird, dass das Grundwasser im Gebiet Garzweiler ab etwa 2070 – rund 30 Jahre nach Ende des Abbaus – wieder ansteigen wird. Bis dahin müssen Anwohner und lokale Verantwortliche die akuten Risiken durch Bodensenkungen und künftige Überschwemmungen bewältigen. Ein staatlich unterstützter Fonds könnte helfen, die langfristigen Kosten zu decken, doch konkrete Pläne stehen noch aus.