Teilzeitarbeit in NRW: Fast jede zweite Frau reduziert ihre Stunden bis 2025
Klaus-Michael JopichFast ein Drittel der Arbeitnehmer arbeitete 2025 Teilzeit - Teilzeitarbeit in NRW: Fast jede zweite Frau reduziert ihre Stunden bis 2025
Teilzeitarbeit in Nordrhein-Westfalen (NRW) hat in den vergangenen zehn Jahren stark zugenommen. Bis Juni 2025 arbeitete fast jede Frau in Teilzeit – ein Anstieg gegenüber gut einem Viertel im Jahr 2015. Der Trend spiegelt sich in veränderten Arbeitsmustern wider, bei denen immer mehr Männer und Frauen ihre Stunden reduzieren.
Im Juni 2025 lag die Teilzeitquote in NRW bei 30,4 Prozent und damit deutlich höher als noch 2015 (25,7 Prozent). Damals waren rund 7,3 Millionen Menschen im Land in sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung. Davon arbeiteten etwa 550.100 Männer und 1,7 Millionen Frauen in Teilzeit.
Besonders markant ist der Anstieg bei Männern. Seit 2015 hat sich ihre Zahl in Teilzeitbeschäftigung um über 63 Prozent erhöht, während der Zuwachs bei Frauen bei rund 28 Prozent lag. Dennoch arbeitet mittlerweile jede zweite berufstätige Frau in NRW in reduzierter Stundenzahl – bei den Männern ist es nur etwa jeder Siebte.
Die Gründe für Teilzeitarbeit sind vielfältig: Betreuungspflichten für Kinder oder Angehörige, Weiterbildung, gesundheitliche Einschränkungen oder Behinderungen spielen eine Rolle. Viele Beschäftigte entscheiden sich freiwillig für dieses Modell.
Auch regional gibt es deutliche Unterschiede. 2024 verzeichnete Sonsbeck im Kreis Wesel mit über 51 Prozent die höchste Teilzeitquote. Die niedrigsten Werte wiesen Rheda-Wiedenbrück (15,6 Prozent) und Verl (15,8 Prozent) auf.
Der Wandel hin zu mehr Teilzeitarbeit in NRW zeigt, wie sich die Präferenzen auf dem Arbeitsmarkt verändern. Unternehmen und Politiker könnten sich auf diesen Trend einstellen müssen. Gleichzeitig unterstreichen die Daten die regionalen Unterschiede – und wie lokale Faktoren die Beschäftigungsstrukturen prägen.