06 May 2026, 08:37

Wuppertals verfallener Polizeistandort: Wer zahlt die Millionen-Sanierung?

Polizeibeamte in schwarzen Uniformen und Helmen stehen vor einem mit Graffiti bedeckten, baufälligen Gebäude mit verstreuten Trümmern und Bäumen im Hintergrund.

Wuppertals verfallener Polizeistandort: Wer zahlt die Millionen-Sanierung?

Polizeistandort in Wuppertal verkommt: Streit um Sanierung und Kostenexplosion

Ein wichtiger Polizeistandort in Wuppertal ist in desolatem Zustand – mit schweren Schäden durch Wassereinbrüche, Schimmelbefall und verstopfte Abwasserleitungen. Trotz provisorischer Reparaturen an Duschen und Teilen des Daches verschlechtert sich der Bauzustand kontinuierlich. Die Missstände haben nun einen Streit über Finanzierung und zukünftige Pläne entfacht.

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Aktuell zahlt die Polizei rund vier Millionen Euro Jahresmiete für das Gelände an der Müngstener Straße, das im Besitz der Bau- und Liegenschaftsbetriebs NRW (BLB NRW) steht. Nach geplanten Sanierungsarbeiten könnte sich die Kaltmiete auf bis zu 30 Millionen Euro erhöhen – eine Summe, die der Wuppertaler Polizepräsident kategorisch ablehnt. Für einige Gebäude liegen bereits Kündigungen vor.

Verhandlungen zwischen den Ministerien über die weitere Entwicklung des Standorts laufen noch, doch der Wuppertaler Polizepräsident wurde Mitte Mai von den Gesprächen ausgeschlossen. Unterdessen sicherte Innenminister Herbert Reul rund 1,1 Milliarden Euro für Polizeigebäudesanierungen ab dem nächsten Jahr zu. Der Großteil dieser Mittel fließt jedoch erst ab 2030 – für die Beamten in Wuppertal bedeutet das: keine kurzfristige Entlastung.

Dem Finanzminister wurde zudem erlaubt, 450 Millionen Euro außerhalb des regulären Haushalts aufnehmen zu dürfen – ein Schritt, den der Bund der Steuerzahler als „Schuldenverschleierung“ kritisiert. Reul pocht zwar auf den Erhalt des Standorts, warnt jedoch vor überzogenen Sanierungskosten und betont, er lasse sich „nicht über den Tisch ziehen“. Ein großer Teil der zukünftigen Gelder könnte dennoch in die Instandsetzung der Müngstener Straße fließen.

Für die Wuppertaler Polizei bringt die zusätzliche Milliarde vorerst keine Verbesserung: Sie bleibt in den maroden Verhältnissen gefangen. Während die Verhandlungen weiterlaufen und die Mittel auf sich warten lassen, ist die Zukunft des Standorts ungewiss. Im Mittelpunkt des Streits steht nun die Frage, wer die steigenden Kosten trägt – und wann überhaupt mit den dringend nötigen Reparaturen begonnen werden kann.

Quelle