Bundesbank will Ein- und Zweicent-Münzen durch Fünfcent-Rundung ersetzen
Martina SieringBundesbank will Ein- und Zweicent-Münzen durch Fünfcent-Rundung ersetzen
Die deutsche Bundesbank hat einen Plan vorgelegt, Bargeldzahlungen künftig auf den nächsten Fünfcent-Betrag zu runden. Damit würden Ein- und Zweicent-Münzen schrittweise aus dem Alltag verschwinden. Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass mehr als die Hälfte der Deutschen die Idee unterstützt.
Ziel des Vorschlags ist es, die Kosten für die Herstellung, Verpackung und den Transport der kleinen Münzen zu senken. Ein Artikel für 3,99 Euro würde im Barzahlungsverkehr etwa auf 4,00 Euro aufgerundet, während 2,02 Euro auf 2,00 Euro abgerundet würden. Dieses System wird bereits in Finnland erfolgreich angewendet, wo Ein- und Zweicent-Münzen zwar weiterhin gültig sind, aber nicht mehr ausgegeben werden.
Auch andere europäische Länder wie die Niederlande, die Slowakei und Irland nutzen ähnliche Modelle. In Deutschland ermöglichen einige Supermärkte in Nordrhein-Westfalen ihren Kunden bereits, Beträge auf den nächsten Zehncent-Betrag aufzurunden – der Differenzbetrag kommt dann wohltätigen Zwecken zugute. Eine Studie der Bundesbank aus dem Jahr 2023 ergab zudem, dass Bargeld nach wie vor etwa die Hälfte aller Zahlungen im stationären Handel ausmacht.
Würde die Regel eingeführt, vereinfachte sie Bargeldtransaktionen und verringerte die Abhängigkeit von Kleingeld. Der Plan der Bundesbank entspricht den Gepflogenheiten in anderen EU-Ländern, auch wenn bisher kein Land die Fünfcent-Rundung gesetzlich verbindlich vorgeschrieben hat. Angesichts der breiten Zustimmung in der Bevölkerung könnte die Änderung in den kommenden Jahren an Fahrt aufnehmen.






