08 January 2026, 22:48

CDU will Strafmündigkeit auf 12 Jahre senken – doch Experten warnen vor Folgen

Schüler in Uniformen stehen auf einem Weg und halten Papiere, während ein Mädchen in ein Mikrofon spricht; hinter ihnen ist eine Zaunwand mit einem Schopf darauf zu sehen, der mit Luftballons geschmückt ist.

CDU will Strafmündigkeit auf 12 Jahre senken – doch Experten warnen vor Folgen

Die Debatte über eine Senkung des strafmündigen Alters in Deutschland hat an Schärfe gewonnen. Die konservative CDU fordert, es für schwere Gewalttaten und Sexualdelikte von 14 auf 12 Jahre herabzusetzen. Kritiker hingegen argumentieren, dass härtere Strafen die Ursachen von Jugendkriminalität nicht bekämpfen würden.

Der Vorstoß kommt, nachdem Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (Junge Freiheit) behauptete, die heutigen 12-Jährigen seien reifer als frühere Generationen. Doch Fachleute warnen, dass ein Ausbau von Sanktionen die Entwicklung von Kindern eher schädigen als das Problem lösen könnte.

Die CDU drängt auf eine Absenkung der Strafmündigkeit und schlägt vor, dass 12- und 13-Jährige bei schweren Straftaten jugendhilferechtliche Maßnahmen drohen könnten. Die SPD und Grüne ablehnen die Idee, während die FDP gespalten bleibt und gezielte Anpassungen statt einer pauschalen Altersabsenkung bevorzugt. Die Linke sowie die meisten Jugendhilfeorganisationen lehnen den Vorschlag kategorisch ab und verweisen auf pädagogische und kriminologische Bedenken. Die AfD hingegen verlangt eine klare Herabsetzung des Alters und schärfere Strafen für junge Täter.

Reul stellt die Forderung als Reaktion auf steigende Jugendkriminalität dar und argumentiert, das Strafsystem müsse reformiert werden. Belege dafür, dass heutige 12-Jährige reifer seien als in früheren Jahrzehnten, blieb er jedoch schuldig. Kritiker verweisen auf tiefere Probleme wie die Nachwirkungen der Pandemie, Einsamkeit, exzessive Smartphone-Nutzung und Kinderarmut als Treiber für Jugenddelinquenz. Viele junge Menschen wachsen in einer Zeit der Unsicherheit auf, doch die Unionsparteien haben bisher keine kohärente Strategie vorgelegt. Strafen mögen im Einzelfall ein Gefühl von Gerechtigkeit vermitteln – ob sie langfristig Jugendkriminalität reduzieren, bleibt jedoch fraglich.

Die Diskussion zeigt eine Spaltung zwischen Befürwortern strengerer Sanktionen und denen, die auf Prävention setzen. Eine Senkung des strafmündigen Alters könnte zwar neue Maßnahmen einführen, doch Experten warnen, dass dies die Zukunft von Kindern gefährden könnte.

Ein genauerer Blick auf die Lebensrealitäten junger Menschen – von Armut bis hin zu digitalem Druck – könnte wirksamere Lösungen bieten als reine Gesetzesänderungen.