Deutsche Bahn schließt Reisezentren – wer bleibt jetzt auf der Strecke?
Klaus-Michael JopichDeutsche Bahn schließt Reisezentren – wer bleibt jetzt auf der Strecke?
Deutsche Bahn schließt weitere Reisezentren – Kritik an fehlenden Alternativen für benachteiligte Fahrgäste
Die Deutsche Bahn stellt im Rahmen ihrer anhaltenden Sparmaßnahmen weitere Reisezentren in ganz Deutschland ein. Von den jüngsten Schließungen betroffen sind wichtige Bahnhöfe in Wuppertal und Solingen, die eine lange Liste von Servicekürzungen in den vergangenen Jahren verlängern. Kritiker warnen, dass die Maßnahme besonders verletzliche Fahrgäste treffen werde, während zentrale Fragen offenblieben.
Seit 2021 baut der Bahnkonzern sein Kundenservicenetz kontinuierlich ab. Bereits geschlossen wurden Standorte in Kiel, Osnabrück sowie mehrere Einrichtungen in Bayern und Sachsen. Die Einschnitte folgen auf finanzielle Verluste und den Wegfall einer wichtigen Einnahmequelle, nachdem Transdev den Zuschlag für den Verkauf von Nahverkehrstickets erhalten hatte. Statt persönlicher Schalter verweist die Deutsche Bahn ihre Kunden nun auf digitale Lösungen wie die DB-Navigator-App, Fahrkartenautomaten oder begrenzte Servicepunkte in den Zügen.
Politiker der SPD üben scharfe Kritik an der Entscheidung. Josef Neumann betonte, dass besonders schutzbedürftige Gruppen – darunter ältere Menschen und Personen mit Sprachbarrieren – die Hauptlast der Schließungen tragen würden. Dilek Engin unterstrich, dass Reisezentren eine unverzichtbare Rolle bei der Bearbeitung komplexer Anfragen spielten, die digitale Tools nicht lösen könnten. Andreas Bialas fügte hinzu, dass viele ältere Fahrgäste mit Online-Systemen überfordert seien und dadurch Gefahr liefen, von essenziellen Dienstleistungen ausgeschlossen zu werden.
Trotz der massiven Kritik hat die Deutsche Bahn bisher keine alternativen Unterstützungsangebote für die betroffenen Reisenden in Wuppertal und Solingen vorgestellt. Ein Unternehmenssprecher in Düsseldorf lehnte eine Stellungnahme zu dem Thema ab.
Die Schließungen werden die persönliche Beratung an deutschen Bahnhöfen weiter ausdünnen. Ohne klare Ersatzlösungen könnten Fahrgäste, die auf direkte Hilfe angewiesen sind, vor noch größeren Schwierigkeiten stehen. Die Maßnahme droht zudem, die ohnehin bereits bestehende Unzufriedenheit mit den Servicekürzungen der Deutschen Bahn weiter zu vertiefen.






